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Manager in Ordenstracht 1. März 2010

Veröffentlicht von Frank Walzel in : Wirtschaftsethik, Management, Pressespiegel, Unternehmen, Personal , einen kommentar schreiben

Wie wir zu unserem Wohlstand kamen, ist eine Geschichte, die in mehr als ein Buch passt. Die Sonntags-FAZ hat in ihrer Reihe “Wie wir reich wurden” nun die Klöster zum Thema (“Unternehmer in göttlicher Mission”). Bei all den schlechten Nachrichten über Jesuitenschulen ist das ein interessanter Gegenpunkt. Erstaunlich daran war aus meiner Sicht: Klöster haben einen weitaus größeren Beitrag zu unserem Wohlstand geleistet als man sich denken mag.

Zwei Fragen stehen in dem Artikel im Fokus:

1. Warum war unter Ordensleuten das Unternehmertum so stark verbreitet?
2. Warum sind aus Klöstern vielfach echte Unternehmen geworden?

Zu der ersten Frage, dem Drang nach Unternehmertum:

Nur effizient wirtschaftende, im ökonomischen Sinne Mehrwert schaffende Klöster waren in der Lage, das Überleben ihrer Mitglieder zu sichern und darüber hinaus auch etwas für die Mitmenschen zu tun. So hat schon ihre Aufgabenstellung die Ordensleute über die Jahrhunderte zum unternehmerischen Erfolg verdammt.

Zu der zweiten Frage, dem unternehmerischen Erfolg:

Fundament klösterlicher Führungsstrukturen sind meist alte Ordensregeln, im Falle der Benediktiner etwa die Regula Benedicti, die auf den Gründer des Ordens, Benedikt von Nursia (480 bis 547), zurückgeht. Sie ist nicht nur eine Art Handlungsanweisung für das klösterliche Leben unter dem Diktum von Demut, Gehorsam und Schweigen, von Beten und Arbeiten, sondern determiniert auch die Führungsstruktur der Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaften. “Die Klöster sind durch diese Regeln auf ein Höchstmaß an Mitbestimmung festgelegt”, sagt Osterloh. Die Äbte würden seit Jahrhunderten von den Mönchen gewählt. Die Mönche ihrerseits kennen ihre Ordensbrüder und wissen genau, für wen sie sich entscheiden. Das wiederum gilt auch in die andere Richtung mit Blick auf den Nachwuchs. “Für die Jahrhunderte überdauernde Stabilität sorgte zudem die starke Sozialisation und Selektion der Ordensbrüder”, meint Osterloh, “die nicht zuletzt eine hohe Identifikation des Einzelnen mit der Sache garantiert.” Das Kloster kennt seine “Mitarbeiter”, seit sie Novizen sind. Informationen aus zweiter Hand wie Zertifikate oder Arbeitszeugnisse zu Fähigkeiten und Charaktereigenschaften spielen keine Rolle.

Die Erfolgsfaktoren fasst der Artikel dementsprechend folgendermaßen zusammen:

Die Sicherung des eigenen Überlebens und die Erfüllung der Aufgaben für den Nächsten machten und machen Ordensleute gerade in unternehmerischer Hinsicht besonders innovativ. Dazu kommen die Form ihrer inneren Organisation, die Corporate Governance also, und ihre Art der Selektion des Nachwuchses.

“Das Management gemeinnütziger Organisationen ist komplexer als das kommerzieller Unternehmen!” 9. Dezember 2009

Veröffentlicht von Frank Walzel in : Wirtschaftsethik, Management, Pressespiegel , einen kommentar schreiben

So könnte in etwa eine These von Peter Drucker lauten, die er schon in den 80er Jahren vertrat. Gemeinnützige Organisationen gehörten für Drucker schon immer zu seinem Verständnis einer funktionierenden Volkswirtschaft. So beschrieb es ein Artikel im Harvard Business Manager (Was würde Peter Drucker sagen?):

Gemeinnützige Organisationen sind notwendig für eine gute Gesellschaft, in der Unternehmen erfolgreich sein können. Die Aufgabe der Zivilgesellschaft ist es, staatliche Bemühungen zur Wohlfahrt der Bürger zu ergänzen.

Aber wie komme ich zu dem unpopulären Titel dieses Beitrags? Nun, auf dem 1st Global Peter Drucker Forum in Wien (19./20.11.09) wurde eben diese These Druckers anlässlich seines 100. Geburtstags wieder diskutiert.

Warum soll das so sein? Richard Wartzman, Vorsitzender des Drucker Instituts an der Claremont Graduate University in Kalifornien, führt das auf fünf entscheidende Fragen zurück, die sich Unternehmen laut Drucker stellen sollten (Quelle: “Gemeinnützige Unternehmen als Vorbilder”, FAZ, 25.11.09, Nr. 274, S. 15, gefunden bei Knowledge Base der Unternehmensberatung Dr. Kraus & Partner):

1. Was ist unsere Mission?
2. Wer ist unser Kunde?
3. Worauf legt der Kunde Wert?
4. Was sind unsere Ergebnisse?
5. Was ist unser Plan?

Das antreibende Motiv ist und bleibt dabei stets die Mission, auch wenn sie auf Geld angewiesen sind. Stefan Wallner, bisheriger Vorsitzender der Caritas Austria bringt es aus meiner Sicht auf den Punkt (s. vorherige Quelle):

Selbst wenn wir wissen, dass jede Minute Hunderte Menschen an Hunger sterben, müssen wir jeden Tag Menschenleben retten.

Die Pädagogik der Priviligierten 30. September 2009

Veröffentlicht von Frank Walzel in : Wirtschaftsethik, Weiterbildung, Management, MBA und Promotion , einen kommentar schreiben

Jeder kennt das von sich selber: Zu gewissen Zeiten treiben einen gewisse Themen um und nach einer Zeit x bzw. “t” glaubt man mit allem Wichtigen “durch” zu sein. So ist es auch bei mir mit dem Master of Business Administration. Doch dann fiel mir ein Artikel im Economist (September 26th-October 2nd 2009, p. 72) ins Auge:

Der Beitrag in der Schumpeter-Kolumne mit dem Titel “The pedagogy of the pivileged” warf den Business Schools vor, in der Finanzkrise zu wenig für ihre eigene Erneuerung getan zu haben. Der ansonsten wirtschaftsliberale Economist erhebt schwere Vorwürfe gegenüber den Management-Schulen:

The real question is not whether business schools need to change, but how. One of the most common stances—often heard outside and sometimes within the schools themselves—is that management education needs to start again from scratch. On this view, these institutions are little more than con-tricks at the moment, built on the illusion that you can turn management into a science and dedicated to the unedifying goal of teaching greedy people how to satisfy their appetites.

Was könnten Business Schools also konkret tun, um Ihre “Performance” in einem nachhaligen Sinn zu verbessern? Die Antwort hat mich als Historiker sehr gefreut: Wirtschaftsgeschichte!

More history classes would help. Would-be business titans need to learn that economic history is punctuated with crises and disasters, that booms inevitably give way to busts, and that the business cycle, having survived many predictions of extinction, continues to prey on the modern economy.

Eine Handlungsempfehlung hat der Artikel auch parat: Professoren, Studenten und Absolventen der Master-Studiengänge sollten auch mal die Hand beißen, die sie füttert.

Business schools need to make more room for people who are willing to bite the hands that feed them: to prick business bubbles, expose management fads and generally rough up the most feted managers. Kings once employed jesters to bring them down to earth. It’s time for business schools to do likewise.

Richtig ist m.E. immer noch den Reformwillen der Business Schools herauszustellen - so wie ich es auch in den vorangegangenen Beiträgen getan habe. Wichtig ist aber auch zu betonen, dass das Erreichte oder Erdachte bei Weitem noch nicht reicht!

Maschinenbauer lernen Griechisch 20. April 2008

Veröffentlicht von Frank Walzel in : Wirtschaftsethik, Pressespiegel, Initiativen , 2kommentare

Der Austausch zwischen Geisteswissenschaften und der Wirtschaft wurde hier bei UnternehmensGeist.de reichlich diskutiert. Wie aber steht es eigentlich mit “der Technik” und den Geisteswissenschaften? Schließlich sind auch viele Ingenieure in Führungspositionen in der Wirtschaft.

Die TU Darmstadt bietet ihren zukünftigen Maschinenbauern Vorlesungen in Philosophie. Die FAZ hat diesem Novum (zum Glück) in ihrer Samstagsausgabe einen Artikel gewidmet: “Philosophie für Maschinenbauer” FAZ 19./20.04.08, Nr. 92, S. C13!

Aristoteles hätte da seine wahre Freude daran gefunden; sind doch viele Begriffe im Maschinenbau aus dem Griechischen!

Philosophierende Manager und ihre Spielverderber 26. Oktober 2006

Veröffentlicht von Frank Walzel in : Wirtschaftsethik , 2kommentare

Nachdem ich in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift “karriere” (11/2006, S. 152) lesen musste, dass einem Abiturienten von einem Studium á la “Philosophy & Economics” an der Universität Bayreuth abgeraten wurde, da es nicht karrieretauglich sei, wurde ich nachdenklich. Die Erfahrungen der P&E-Absolventen, so die Begründung der Redakteurin, seien einfach nicht überzeugend. Bedenkt man, dass der Studiengang im Jahr 2000 aus der Taufe gehoben wurde, also gerade mal ein Jahrgang das Studium durchlaufen hat, ist das pauschale Urteil ungerechtfertigt.

Ich konnte nicht umhin mich zu fragen: War da eigentlich noch was? Paradigmenwechsel beim Management-Nachwuchs? Neues Denken in den Unternehmen? Interdisziplinäre Lösungsansätze?

Vermeintliche Antwort deutscher Karriere-Studienfächer-Denker: “Nein, ist uns alles zu unsicher, wir setzen lieber auf lupenreine BWL- und VWL-Master wie früher. Keine Ahnung wie wir mit ihnen den Wandel in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik bestreiten, aber schließlich hat es ja früher auch geklappt.”

Warum ein Ticken Philosophie in den Köpfen des Management-Nachwuchses gut aufgehoben ist, beantwortete Klaus J. Grün im populärwissenschaftlichen E-Journal “Philosophie & Wirtschaft” (Titel: “Wozu benötigen Führungskräfte Philosophie?“):

Wir benötigen Philosophie, weil sie

  • ein kritisches Verständnis der Inhalte unseres eigenen Bewusstseins vermittelt;
  • Strategien zur Unterscheidung des Wahren und den Falschen vermittelt und hierbei trotz aller Komplexität verständlich und nutzbringend die Hauptströmungen der Philosophie präsentiert;
  • Reflexion über die eigene Methode der Lebensführung - ihre Leistungsfähigkeit und ihre Grenzen befördert;
  • die Ausbildung des individuellen Wortschatzes fördert;
  • die Verbindung zwischen Denken, Reden und Handeln festigt;
  • uns Konzentration auf die Zusammenhänge der Abfolge von Gedanken erleichtert;
  • Selbstsicherheit durch methodisch erworbenes Wissen und Verstehen komplexer Zusammenhänge erzeugt;
  • in mancher Hinsicht Einblick in das Bildegesetz dessen, was wir überhaupt wissen können gibt;
  • schnelleres Verstehen und den Mut Lücken im Wissen zu erkennen und zuzugeben weckt;
  • Einblicke verschafft in den Mechanismus unseres religiösen Empfindens, das bei vielen Menschen so leicht verletzt werden kann;
  • Verständnis weckt für den gesellschaftlichen, ideologischen und psychologischen Beitrag von Religion;
  • behilflich ist bei der Beantwortung der philosophischen Frage: Wer ist der Mensch?

Neues vor der Sommerpause: Der nachdenkliche Banker 14. Juli 2006

Veröffentlicht von Frank Walzel in : Wirtschaftsethik , einen kommentar schreiben

Ein neuer Lebensabschnitt muss immer mit einer Reise verbunden sein. So halte auch ich es und gönne mir nach meinem Examen drei Wochen Urlaub. In dieser Zeit werde ich leider keine Beiträge liefern können. DIe altbekannte Einladung vergangener Tage gilt aber weiterhin: Jeder der will und sich dazu im Stande sieht, kann auf UnternehmensGeist.net passend zum Motto des Weblogs einen Artikel schreiben. Die Erfahrung und meine Statistik haben gezeigt, dass dabei sehr erfolgreiche und interessante Beiträge herauskommen.

Bevor ich mich allerdings in die “Sommerpause” verabschiede, will ich aber noch auf ein neues Studienangebot der Hochschule für Bankwirtschaft (HfB) hinweisen: Im WS 06/07 können die ersten Studenten an der HfB einen Bachelor of Management, Philosophy & Economics (MPE) erwerben. Es überrascht mich doch sehr, dass eine Hochschule diesen interdisziplinären Studiengang anbietet, die eigentlich zahlenorientierte Nachwuchs-Banker in die Praxis entlässt. Umso größer war dann auch meine Freude, dass ein wenig UnternehmensGeist durch die Hallen der HfB pfeift :-).
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Geist und Geld - was sich liebt, das neckt sich! 30. April 2006

Veröffentlicht von Frank Walzel in : Wirtschaftsethik , 3kommentare

So langsam finden zwei Disziplinen zusammen, die die meisten vor zwanzig Jahren nicht einmal in einem Satz gebraucht hätten. Da aber unsere (Wirtschafts-)Welt zunehmend komplexer wird und damit auch die Möglichkeiten von Führungskräften steigen, Fehler zu machen (absichtlich oder unabsichtlich), wird der Ruf nach einem Korrektiv immer lauter. Das ist doch mal eine Aufgabe für wirtschaftsaffine Geisteswissenschaftler!

Weitere Artikel zum Verhältnis von Philosophie finden sich übrigens unter der Rubrik Wirtschaftsethik.

Philosophie und Wirtschaft nähern sich einander an

Hamburg (dpa) - Thales ist bekanntlich, während er die Geheimnisse des Himmels ergründete, in einen Brunnen gefallen. Dass nach diesem symbolhaften Missgeschick des Vaters der Philosophie seine heutigen Nachfahren ausgerechnet Interesse für die Wirtschaft zeigen, ist verwunderlich. In der Tat gibt es noch von beiden Seiten Vorbehalte. Doch Veränderungen zeichnen sich ab - verstärkt leiten und organisieren freiberufliche Philosophen Seminare speziell für Führungskräfte.

Und immer öfter klopfen Studienabsolventen der philosophischen Fakultäten bei den Personalchefs von Unternehmen an. Umgekehrt trete die Wirtschaft vor allem an Experten für Ethik heran, meint der Konstanzer Philosoph Jürgen Mittelstraß. Und exzentrische Denker seien gerade wegen ihrer Unkonventionalität gern gesehene Gäste in den Chefetagen. Bestes Beispiel hierfür ist Tom Morris, Autor der “Philosophie für Dummies”. Der amerikanische Philosoph lehrte 15 Jahre an einer Universität, bevor er anfing, vor Geschäftsleuten und Belegschaften von High-Tech-Firmen “die besten Ideen der besten Denker aller Zeiten” spektakulär in Szene zu setzen. Morris glaubt, dass die Menschen dann anfangen, sich tiefere Fragen zu stellen, wenn sie übermäßig viel Geld haben. Der Erfolg scheint ihm Recht zu geben: Morris gilt inzwischen als der bestbezahlte Vertreter seiner Zunft.

Klaus-Jürgen Grün dagegen ist ein Grenzgänger zwischen akademischer und privatwirtschaftlicher Welt. Er betreibt ein “Philosophisches Kolleg für Führungskräfte” und unterrichtet zugleich an der Universität in Frankfurt am Main. Spannend wird es für ihn, wenn in seinen Seminaren erfahrene Manager und Studierende über Marx diskutieren. “Die Philosophie in den Elfenbeintürmen hat sich leer gelaufen”, sagt Grün und lobt seine Kunden aus der Wirtschaft: “Diese haben nicht nur einen ungetrübten Blick auf die Realität, sondern auch ein aufrichtiges Interesse daran, dass es noch mehr gibt als die Gesetze des Marktes und der rohen Natur.” Von Seiten der akademischen Philosophie sieht Jürgen Mittelstraß, der neben seiner Professur in vielen Kuratorien von Unternehmensstiftungen tätig ist, den Bezug zur Wirtschaft vor allem im Feld der Ethik. Hierfür gebe es in der Wirtschaft genauso wie in der Biologie und Gentechnik zurzeit einen großen Bedarf. “Philosophischer Sachverstand ist hier gefragt und die Philosophen kommen dem Wunsch gern entgegen”, sagt Mittelstraß.

Das zeigt sich unter anderem darin, dass an deutschen Universitäten in den vergangenen Jahren mehrere Professuren für Wirtschaftsethik eingerichtet wurden. Und für den Verein deutscher Ingenieure (VDI) haben kürzlich Technik-Philosophen unter der Leitung des Stuttgarter Professors Christoph Hubig “Ethische Grundsätze des Ingenieurberufs” formuliert. Die Berufsperspektiven von Philosophen in der Privatwirtschaft diskutieren Fachleute auf den Internetseiten der Zeitschrift “Information Philosophie” (www.information-philosophie.de). Der Schweizer Unternehmensberater Richard Egger beispielsweise, Autor des Buches “Die philosophische Werkzeugkiste”, gibt detaillierte Tipps, wie Absolventen des Fachs als Organisationsberater tätig werden können.

Dagegen sieht man bei der Akademikerberatung des Arbeitsamtes Stuttgart noch keine Trendwende. “Zwar sind auch Philosophen”, so Beate Hentschel-Schroeder, “inzwischen eher bereit, in die Privatwirtschaft zu gehen. Doch das liegt auch daran, dass die Stellen an den Universitäten und bei den Verlagen weniger werden.” Die Personalchefs reagieren trotz des aktuellen Trends, mehr auf die sozialen und kommunikativen Fähigkeiten zu achten, noch verhalten. Wolfgang Schlatter von Daimler Chrysler jedenfalls meint: “Gezielt suchen wir nur Ingenieure und IT-Spezialisten. Geisteswissenschaftler kommen hingegen von selbst.”

Von Thomas Oser

Literaturtipps:

Philosophie und Wirtschaft - das neue Traumpaar? 5. April 2006

Veröffentlicht von Frank Walzel in : Wirtschaftsethik , einen kommentar schreiben

In letzter Zeit scheinen wirtschaftsphilosophische Themen des öfteren den Weg in die Medien zu finden. Dass es sich dabei um ein für interdisziplinäre Geisteswissenschaftler interessantes Thematik handelt, habe ich versucht, im Kapitel Wirtschaftsethik darzustellen. Warum aber die Liaison aus Geld und Geist nun genau eine Zukunft haben soll, konnte ich nie an irgendetwas festmachen. Hier hilft ein Artikel der Philosophie-Seite philosophers today:

Philosophie und Wirtschaft – eine in die Zukunft weisende Verbindung

Der landläufig im Begriff Ökonomisierung zusammengefaßte Einfluß des wirtschaftlichen Handelns auf das gesellschaftliche und kulturelle Leben nimmt unaufhaltsam zu. In vielen Bereichen hat die Ökonomie bereits die Rolle, die ehedem die Politik inne hatte, übernommen. Diese Entwicklung geht auch an der Philosophie nicht spurlos vorüber. Beschränkte sich traditionell ihr Verhältnis zur Wirtschaft im Wesentlichen auf die drei Bereiche «Ökonomiekritik», «Wirtschaftsethik» und «Lebensweisheiten für Manager», so ist mittlerweile eine, wenn auch oftmals ambivalente Annäherung von beiden Seiten zu beobachten:

* Seitens der Wirtschaft besteht ein allmählich aufkommendes Interesse an den Fähigkeiten der Absolventen geisteswissenschaftlicher Studiengänge.

* Das Marketing kann im selben Maße, wie es von einer Theorie des Verkaufens zu einer soziologisch geprägten Marktanalyse und -gestaltung wurde, als wichtigste Realisationsinstanz politischer Philosophien angesehen werden.

* Hinter Begriffen wie Marken- und Unternehmenphilosophie verbergen sich längst Konzepte sozialer Identitäten.

* Marken selbst treten zugleich als Kulminationspunkte von Ideen und Ideologien wie als kommunikative Zeichen auf.

* Die im Vergleich zur Betriebswirtschaftslehre seit jeher theoretisch ausgerichtete Volkswirtschaftslehre hat sich im Zuge der Auflösung nationalstaatlichen Wirtschaftens und einer veränderten Geldwirtschaft zunehmend von einer mathematisch-naturwissenschaftlich geprägten in eine eher psychologisch-geisteswissenschaftliche Disziplin verwandelt.

Aber auch seitens der Philosophie bzw. genauer mancher Philosophen ist mittlerweile ein Interesse an wirtschaftlichen Fragestellungen ausmachbar, das noch vor zehn oder zwanzig Jahren kaum möglich schien. Es wird deutlich durch …

… Philosophen, die freiberuflich oder als selbständige Unternehmer tätig sind

… Philosophen, die ihre Dienste im Rahmen einer Beratungstätigkeit dem Management anbieten oder selbst ins Management wechselten

… neue Studiengänge, die eine Verbindung von Philosophie und Wirtschaft evaluieren

… Autoren und Philosophiepädagogen, die sich dieser neuen Liaision zuwenden u.v.a.m. philosophers today will dieser beiderseitigen Annäherung Rechnung tragen und auf dieser Seite auf einschlägige Angebote aufmerksam machen. Schreiben Sie uns, wenn Sie selbst in diesem Segment tätig sind oder Ihnen etwas aufgefallen ist, was für diese zukunftsweisende «Schnittstelle» relevant sein könnte. Wir nehmen Ihren Hinweis gerne auf.
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An den Grenzen von Wirtschaft und Philosophie 17. Februar 2006

Veröffentlicht von Frank Walzel in : Wirtschaftsethik , einen kommentar schreiben

Da ein Artikel auf UnternehmensGeist zur Wirtschafts- und Unternehmensethik (”Die Wirtschaft und ihr schlechtes Gewissen“) auf ein großes Interesse stieß, wollte ich Interessierten eine hervorragend kommentierte Linkliste zum Thema nachreichen. Um sich in der blühenden Landschaft der Unternehmensethik zurecht zu finden, empfiehlt sich das Internet-Portal “philosophers today“. Fröhliches Browsen!
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Die Kunst zu verzichten 2. November 2005

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Auch wenn ich versuche, einzelne Themen nicht überzugewichten, mache ich bei Artikeln zur Wirtschaftsethik momentan eine Ausnahme.

Der Geheimtipp unter den deutschen Fernsehsendern 3sat fragte in der Diskussionsrunde delta die Zuschauer nach der “Wirtschaft ohne Ethik und Kultur?”. Gäste waren Prof. Jürgen Wieland (Fachhochschule Konstanz,
Konstanz Institut für WerteManagement), Prof. Wolfgang Gerke (Lehrstuhl für Bank- und Börsenwesen, Universität Erlangen-Nürnberg) und Prof. Götz W. Werner (Gründer der dm-Drogerie-Kette). Letzterer formulierte auch das Credo der Gesprächsrunde: Die Kunst ethischer Unternehmensführung liegt im Vorbild der Unternehmensleitung, Verzicht glaubhaft vorzuleben. Was die Führungsspitzen nicht selbst verkörpern, kann die beste interne Mitarbeiterkommunikation nicht etablieren.

So macht Fernsehen doch gleich wieder Spaß!

PS: Eine Auswahl an Literatur (Teil 1 und Teil 2) sowie ein Mitschnitt (Web-TV) der aktuellen und vergangenen Sendungen stehen als Download auf der 3sat-Homepage bereit.
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