Gerade einsteigen 16. August 2008
Veröffentlicht von Frank Walzel in : Pressespiegel , 1 kommentar bisherWenn das Presse-Echo zu wirtschaftsnahen Geisteswissenschaftlern weiterhin so anhält, kann man bald gar nicht mehr von “Quer-Einsteigern” sprechen.
Der Berliner Tagesspiegel (erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 20.07.2008) hat mehrere “Exoten” in der Wirtschaft interviewt. Erfreulich für UnternehmensGeist.de: Im Artikel sind zwei O-Töne von mir zu finden. Noch erfreulicher ist: Die anderen Zitate decken fast alle Aspekte ab und geben damit einen mutigen Ausblick für den Nachwuchs.
Der Titel spricht hier zwar von “Quer einsteigen“, doch dank dieses Artikels wird diese Vokabel bald überholt sein – und durch einen “geraden Einstieg” ersetzt.
Diplomierte Grübler oder interessante Querdenker? 17. Mai 2008
Veröffentlicht von Frank Walzel in : GeistesWissenSchaft, Internetthemen, Pressespiegel , einen kommentar schreibenSo langsam kommt bei mir das Gefühl an, dass in der Presse das Interesse für diejenigen Geisteswissenschaftler wächst, die mehr als nur Eintrittskarten für das Museum abstempeln wollen. Der Hochschulanzeiger widmet den “Exoten” ein großes Spezial. Der Titel “Geisteswissenschaftler – Erst das Vergnügen dann die Arbeit?” greift zwar das Klischee auf, in den einzelnen Beiträgen ist man dann doch erstaunt was alles möglich ist und in naher Zukunft möglich sein wird.
Die Artikel zum Nachlesen gibt es unter:
+ “Geisteswissenschaftler ticken anders – Erst das Vergnügen … dann die Arbeitslosigkeit?” (Einführender Artikel zum Thema)
+ “Nichts ist unmöglich: Berufswunsch – ‘Irgendwas mit Kultur’”
+ “Was geht denn hier ab – Nach dem Studium kommt der Praxisschock”
+ “Nachgefragt – Warum studieren Sie eine Geisteswissenschaft?”
+ “Medien, PR und Werbung – Warum es nicht reicht ein Kafka-Experte zu sein”
+ “AA, EU, UNO – Jobs für alle, die die Welt verbessern wollen”
+ “Gründen, um zu leben – Erstmal kleine Brötchen backen”
+ “Kostbare Exoten – Die Wirtschaft will Querdenker” (Hier finden sich am Ende des Artikels auch ein paar Sätze zu UnternehmensGeist.de!)
+ “Geisteswissenschaftler sollten – Was Karriereberater empfehlen”
Maschinenbauer lernen Griechisch 20. April 2008
Veröffentlicht von Frank Walzel in : Initiativen, Pressespiegel, Wirtschaftsethik , 1 kommentar bisherDer Austausch zwischen Geisteswissenschaften und der Wirtschaft wurde hier bei UnternehmensGeist.de reichlich diskutiert. Wie aber steht es eigentlich mit “der Technik” und den Geisteswissenschaften? Schließlich sind auch viele Ingenieure in Führungspositionen in der Wirtschaft.
Die TU Darmstadt bietet ihren zukünftigen Maschinenbauern Vorlesungen in Philosophie. Die FAZ hat diesem Novum (zum Glück) in ihrer Samstagsausgabe einen Artikel gewidmet: “Philosophie für Maschinenbauer” FAZ 19./20.04.08, Nr. 92, S. C13!
Aristoteles hätte da seine wahre Freude daran gefunden; sind doch viele Begriffe im Maschinenbau aus dem Griechischen!
Der (nicht)rechnende Philosoph 6. April 2008
Veröffentlicht von Frank Walzel in : Pressespiegel , einen kommentar schreibenIn Umbruchprozessen gibt es immer jemanden der zurückbleibt, den Großteil der im Mittelfeld langsam mitgeht und Andere, die vorne weggehen – so auch bei der Frage Geisteswissenschaftler in der Wirtschaft.
Die Nachzügler seien vorneweg genannt: Urtypische Vertreter der Geisteswissenschaften, die Altphilologen, trafen sich auf Bundesebene – und niemandem im Internet wird Bescheid gesagt. Zu deutsch: Es gibt keine (wie mittlerweile üblichen) Auftritt im Web, der auch Laien mal angelockt hätte. Ein Unterordner auf der Verbandsseite des Deutschen Philologenverbandes musste da reichen. So lassen sich alt(ehrwürdige) Sprachen nicht retten, geschweige denn bekannter machen.
Am anderen Ende der Skala war in der Financial Times ein Artikel von Burkhard Schwenker (PDF-Datei der Universität Eichstätt) zu lesen. Der Vorstandsvorsitzende der Unternehmensberatung Roland Berger plädierte offensiv für mehr Geisteswissenschaftler in der Wirtschaft – und natürlich auch bei Roland Berger. Manche mögen sagen “Diese Forderung dient allein dem Unternehmensimage und spiegelt nicht die Realität wider!”. Doch auch wenn ich beide Kritiker-Aussagen unterschreibe, ändert es nichts an der Forderung Schwenkers von den Vorteilen der “rechnenden Philosophen” für Unternehmen zu profitieren.
Wie gehören diese beiden Meldungen zusammen? Nun, sie zeigen wie groß der Abstand von den Pionieren zu den Ur-Konservativen geworden ist. Fatal wäre es, wenn die beiden Gruppen den Kontakt zueinander verlieren würden.
Es geht voran! 28. November 2007
Veröffentlicht von Frank Walzel in : Pressespiegel , 1 kommentar bisher“Es geht voran”, sang die Gruppe Fehlfarben in den 80ern. Nun, das Lied können jetzt auch aufgeweckte Geisteswissenschaftler anstimmen. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zieht die Nachfrage nach den “Orchideen” wieder an.
Das Presse-Echo kann sich sehen lassen:
+ Personalmagazin vom 07.12.07
+ “ABC der Menschheit” – Pressespiegel des BMBF
+ ProFirma vom 07.12.07 (Magazin für den Mittelstand)
Ein Kompass für den optimalen Berufseinstieg 17. Mai 2007
Veröffentlicht von Frank Walzel in : Pressespiegel , einen kommentar schreibenAls eine Kollegin mit der Bitte auf mich zukam, eines ihrer Bücher auf Amazon zu rezensieren, habe ich ein wenig geschluckt. Was wenn es mir nicht gefällt und ich ihr ein mittelmäßige Kritik schreiben müsste? Sie bat mich ausdrücklich darum, ehrlich zu sein. Meine Bedenken waren unbegründet: Nachdem ich die ersten Seiten des Buchs “Der optimale Berufseinstieg – Perspektiven für Geisteswissenschaftler” von Simone Janson gelesen hatte, überlegte ich angestrengt, was es an dem Buch zu kritisieren gäbe. Viel war es in der Tag nicht.
Eines fehlte mir an Ihrem Ratgeber dann doch: Ein eigenes Kapitel, das ein wenig in die Zukunft schaut und zeigt, dass es “Exoten” auch in der Wirtschaft zu etwas bringen können. Der Rest hat mich mehr als positiv überrascht. Frau Janson hat alles gesagt, was es zum Thema zu sagen gibt und das auf eine schlichte aber hoch informative Art.
Was aber war nun mit der Amazon-Rezension? Nun, sie schrieb sich fast von alleine:
Jeder Ratgeber muss letztendlich einen Zweck erfüllen: Er sollte die Fragen des Lesers beantworten, die er an das Buch stellt. In diesem Fall: Hilft dieses Buch geisteswissenschaftlichen Studenten und Absolventen bei der Jobsuche? Frau Janson begnügt sich hier nicht mit einfachen Antworten, die sich in jeder Arbeitsamtbroschüre finden. Sie gibt den Lesern (und auch mir) etwas viel Wichtigeres auf den Weg, nämlich Ordnung, Struktur und (typisch für Geisteswissenschaftler) viele weitere Fragen. Man merkt, dass Frau Janson “vom Fach ist” und sich tief in die Materie eingearbeitet hat. Angenehm überrascht hat mich der klare und schnörkellose Schreibstil von Frau Janson. Stichwörter an den Seitenrändern helfen dabei, sich schnell zurecht zu finden.
Inhaltlich deckt der Ratgeber alle Themenfelder ab, die Geisteswissenschaftler beschäftigen. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass Frau Jansons Buch der beste Ratgeber auf dem Markt ist. Das Buch ist schnell durchgearbeitet. Bis man den umfangreichen Checklisten, Bücherempfehlungen und Linklisten nachgegangen ist, kann es schon ein paar Wochen dauern. Einen winzigen Punktabzug für dieses vollgepackte Büchlein gibt es nur aus einem Grund: Ein eigenständiges, leicht provokantes Kapitel zu Bewerbungen in der Wirtschaft hätte das Buch auf Jahre zum konkurrenzlosen Standardwerk machen können. Viele “Exoten” begreifen noch nicht Ihre Chancen in der Wirtschaft, da Ihnen der Mut fehlt. So ist Frau Jansons Buch der beste Kompass für alle arbeitsuchenden Geisteswissenschaftler – und Pflichtlektüre vom ersten Semester an!
Das Handelsblatt und ihr neuer Feuilleton 15. September 2006
Veröffentlicht von Frank Walzel in : Pressespiegel , einen kommentar schreibenWer sagt eigentlich, dass Wirtschaftszeitungen nicht auch Themen aus anderen Wissensbereichen aufnehmen und diskutieren? Nun, bis vor kurzem hätte ich diese Behauptung nicht so einfach unterschrieben. Doch dann stieß ich auf dem Online-Portal des Handelsblatts neben den vielen wirtschaftsrelevanten Rubriken wie UNTERNEHMEN, BÖRSE, ZERTIFIKATE + FONDS, VORSORGE + ANLAGE, etc. auch auf den Bereich WISSENSCHAFT + DEBATTE. Und siehe da neben Unterkapiteln wie ÖKONOMIE, ESSAY, NATURWISSENSCHAFTEN und LITERATUR finden sich auf einmal Beiträge zu den GEISTESWISSENSCHAFTEN.
Die Idee der Online-Redaktion klingt wie der Wahlspruch des Feuilleton: “Phänomene der Sozial- und Geisteswissenschaften bekommen hier ihr Forum.” Jeder Beitrag kann nämlich in der Tat in einem Forum diskutiert werden. Dies soll jetzt aber nicht so klingen, als wollte ich mich darüber amüsieren oder lustig machen. Das Gegenteil ist der Fall: Auswahl und Aufmachung der Artikel sind absolut lesens- /sehenswert! Da finden sich u.a. Titel wie
Der Printausgabe des Haus- und Hofblatts der deutschen Wirtschaft kann man nur wünschen, mehr von den “Exotenfächern” zu berichten, schließlich ist Wirtschaft viel mehr als BWL/VWL…oder wie ein deutsches Wirtschaftsmagazin in ihrem Slogan so schön sagt: “Nichts ist spannender als die Wirtschaft!”
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Literaturtipp: Wie finanziere ich mir Master oder MBA? 13. Juli 2006
Veröffentlicht von Frank Walzel in : Pressespiegel , einen kommentar schreibenDie einen wollen direkt nach dem Studium weiterstudieren, da selbst ein sehr guter Studienabschluss längst keinen optimalen Job mehr garantiert. Die anderen haben schon eine Stelle, möchten aber eine akademische Weiterbildung machen, um sich für einen besseren Posten zu qualifizieren. Und für eine weitere Gruppe ist Masterabschluss ein möglicher Weg aus der Arbeitslosigkeit. Die Motive, sich für ein Studium mit Option auf den Mastertitel zu entscheiden, sind so vielfältig wie die Finanzierungsmöglichkeiten.
Das Buch von Simone Janson (“InsidePaper: Finanzierung von MBA- und Masterstudiengängen“) gibt einen umfassenden und ausführlichen Überblick. Erstmals geht es hier neben den zahlreichen Stipendien im In- und Ausland vor allem auch um staatlichen Fördermöglichkeiten und Bildungskredite. Dabei werden den Weiterbildungswilligen neue Alternativen aufgezeigt und die rechtlichen Grundlagen für Förderanträge vermittelt. Denn nur wer seine Rechte kennt, kann sie auch durchsetzen.
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Literaturkurs für Harvard-Managerausbildung 15. Juni 2006
Veröffentlicht von Frank Walzel in : Pressespiegel , 3kommentareIm “Harvard Business manager” (Mai 2006) beschreibt in einem Gespräch ein Dozent der Harvard Business School, wie er mit Belletristik Managern Führungsqualitäten vermittelt.
Hier eine Zusammenfassung:
Joseph Badaracco sagt, “MBA-Studenten bräuchten vielleicht etwas weniger Wissen über quantitative Tools und etwas mehr Urteilsvermögen, Selbsterkenntnis sowie ein tieferes Verständnis des menschlichen Wesens”. Formelhafte Managementtools würden vielleicht gut funktionieren, wenn man Techniken zur monetären Bewertung studiert. “Sie sind aber weniger hilfreich, wenn man sich mit Fragen der Führung und Organisation beschäftigt. Studenten könnten wesentlich mehr über diese Themen lernen, wenn sie einen Literaturkurs belegten. Romane können hier so lehrreich sein wie jedes Business-Lehrbuch”, so Badaracco.
Der Dozent nutzt Literatur, um seinen Studenten komplexe Bilder von Führungspersönlichkeiten aus allen Schichten zu liefern. Diese literarischen Personen seien mit Herausforderungen insbesondere psychologischer Art konfrontiert, die denen von Managern gleichen. Texte wie Sophokles “Antigone” helfen, Fragen der Führung, Entscheidungsfindung und der moralischen Wertung besser zu verstehen.
Die Literatur liefere die kraftvollsten und fesselnsten Fallstudien, die je geschrieben wurden. “Denken Sie an Shakespeares “Julius Caesar”: Aus diesem Stück kann man genauso viel über Führung lernen wie aus der Lektüre irgendeines Wirtschaftsbuchs oder einer wirtschaftswissenschaftlichen Zeitschrift. Seine Lektionen sind mit Sicherheit nicht weniger wertvoll und womöglich ebenso pragmatisch.”
Im Gegensatz zu zeitgenössischer Management-Literatur, die gnadenlos euphorisch daherkommt, sei Belletristik schonungslos realistisch. “Wir finden dort keine schnellen Inspirationstreffer, keine Geschichten von ungetrübtem Erfolg und keine Fünf-Schritte-zum-Glück-Programme. Die in der Literatur dargestellten Führungspersönlichkeiten stürzen zuweilen und müssen oft kämpfen. [...] Wenn Manager von den Kämpfen literarischer Figuren lesen, können sie ihre eigenen Konflikte besser verstehen.”
Geistes- und Sozialwissenschaftler: Munition fürs Vorstellungsgespräch 29. Mai 2006
Veröffentlicht von Frank Walzel in : Pressespiegel , einen kommentar schreibenWarum wird Bewerbern in Assessment-Centern nicht mal die Frage gestellt: Welchen Beruf würden Sie als Geistes- und Sozialwissenschaftler ausüben und was könnten Sie Unternehmen als zukünftige Mitarbeiter bieten? Selbst rhetorisch versierte “Exoten” dürften da (wenn sie unvorbereitet sind) ins Grübeln geraten und nach Worten ringen. Eine Argumentationshilfe für das Vorstellungsgespräch liefert der SZ-Artikel “Argumente für Geisteswissenschaftler” (21.10.2002).
Was also haben Geisteswissenschaftler der Wirtschaft prinzipiell zu bieten?
Empathie für „humanes Kapital“. Da Mehrwert immer weniger aus Rohstoffen, Energie und herkömmlicher Arbeit entsteht, müssen Mitarbeiter auf eine neue Art und Weise betrachtet werden. „Wer als einziges Instrument einen Hammer hat, neigt dazu, alles wie einen Nagel zu behandeln“, warnte einst der Motivationspsychologe Abraham Maslow. Wer Mitarbeiter nur durch die betriebswirtschaftliche Brille betrachtet, kann der Realität nicht gerecht werden.
Eine eher ganzheitliche Betrachtung von Strukturen und Prozessen. Genau hier gibt es in vielen Betrieben erhebliche Defizite, denn Mitarbeiter und Führungskräfte sind vorrangig immer noch auf Organisationseinheiten und Aufgaben fixiert („Kästchendenken“).
Beherrschung von Komplexität. Wer beispielsweise als Student/in der Geschichte gelernt hat, Ereignisse in ihren Neben-, Fern- und Wechselwirkungen zu betrachten, könnte dieses dringend notwendige Know-how auch auf ein komplexes Wirtschaftsgefüge übertragen.
Der Faktor Kultur bestimmt zunehmend den Geschäftsverlauf. Immer mehr Firmen müssen sich mit fremden Kulturen auseinandersetzen, wenn sie die Zukunft gewinnen wollen. Interkulturelle Kompetenz ist eine Schlüsselqualifikation, die zunehmend an Bedeutung gewinnt und mit der sich im Zweifelsfall insbesondere Geisteswissenschaftler empfehlen können.
Wie soll es auch anders sein: Die Krise des einen (homo oeconomicus) ist der Aufwschung des anderen (homo sociologicus)
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