Viele, viele MINT-Bachelors! 23. Mai 2009
Veröffentlicht von Frank Walzel in : Initiativen, Unternehmen, Industrie, KMU, Personal , einen kommentar schreibenGroße deutsche Industrieunterehmen stehen, kurz nachdem es das Wort “demografischer Faktor” gab, vor einem Nachwuchsproblem: Woher die Fach- und Führungskräfte der Zukunft nehmen, wenn nicht bei Anderen stehlen? Da die Industrie Letzteres nicht tun kann - außer vielleicht über Headhunter - ergeben sich genau genommen vier Probleme. So formuliert es jedenfalls eine Initiative aus Arbeitgeberverbänden und “Personalverständen führerender Unternehmen aus Deutschland zum strukturellen Mangel an Hochschulabsolventen in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik)”:
1. Bereits in der Schule ist die Heranführung an Naturwissenschaften und Technik gering.Dies liegt häufig auch am mangelnden Angebot dieser Fächer durch die Schule und der zum Teil wenig attraktiven Ausgestaltung der Fächer.
2. Immer weniger junge Menschen interessleren sich für ein MINT-Studium an den Hochschulen.
3. Die Abbrecherquoten In den MINT-Fächern sind im Vergleich zu anderen Studienfächern sehr hoch.
4. Die MINT-Potenziale bei den Frauen werden nicht ausgeschöpft: Viel zu wenig Frauen studieren ein MINT-Fach.
Hier sehe ich ein Dilemma: Zum Einen benötigen die Konzerne am besten vorgestern viele gut ausgebildete technische Akademiker, zum Anderen jedoch ist zu fragen, was mit kleineren Unternehmen ist, die sich nicht eine ähnliche umfangreiche Personalentwicklung leisten können wie die Großunternehmen. Bekannt ist, dass 80 Prozent der Wirtschaftsleistung vom Mittelstand getragen wird. Deshalb ist es mehr als recht zu fragen, woran die Bachelor-Programme in Zukunft ausgerichtet werden sollen: An Quantität ausgerichteten Praktikern oder auf Qualität bedachten Denkern.
PS: Von dieser Fragestellung sind die “Geiwi-Bachelors” übrigens weit entfernt. Für sie hat leider noch niemand einen derart markigen Begriff entworfen!
Als Allrounder in den Mittelstand 1. Oktober 2005
Veröffentlicht von Frank Walzel in : KMU , einen kommentar schreibenMeist unbemerkt fristen sie ein Nischendasein in nahezu allen Karriereführern: Mittelständische Unternehmen. Dabei gehören viele Kleine und Mittlere Unternehmen (KMU) in Deutschland zur Weltspitze in ihrem Fach.
Viele dieser “Hidden Champions” sind ganz selbstverständlich auf allen Märkten der Welt tätig und benötigen dafür immer mehr qualifizierte akademische Nachwuchskräfte. Eröffnen sich hier für Geistes- und Sozialwissenschaftler (GSWler) mit Fremdsprachenkompetenz neue Möglichkeiten in einer vernachlässigten Branche Fuß zu fassen? Oder benötigen KMUs nur passend ausgebildete Betriebswirte, die ohne teure Einstiegsprogramme oder Firmenschulungen sofort dem Unternehmen zur Verfügung stehen?
Dem widerspräche aber, dass aufgrund der flachen Hierarchien und der dünneren Personaldecke eher die Fähigkeiten eines Allrounders gefragt sind, als die eines Spezialisten (so ein Artikel in der FAZ). Warum sollte die GSW-freundliche Entwicklung in den Großunternehmen nicht auch im Mittelstand funktionieren?
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