Kunst und Kommerz - eine Frankfurter Liebesgeschichte 14. Februar 2010
Veröffentlicht von Frank Walzel in : Allgemein, Pressespiegel, Marketing, Corporate Communication, Unternehmen , einen kommentar schreibenJede Stadt in Deutschland wünscht sich einen Macher dieser Art: Einen Wanderer zwischen zwei Welten - der Kultur und der Wirtschaft. Jemand, der es versteht die vermeintlichen Widersprüche in eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten umzuwandeln.
Frankfurt hat Glück: Max Hollein bringt als Leiter der Kunsthalle Schirn und des Städel-Museums einen frischen Wind in die Kulturlandschaft. In einem Interview mit dem Branchenportal “Kulturmarken” nimmt er zu seiner Arbeit als Kulturmanager Stellung.
Die Frage, die wohl über allem steht: Stehen Wirtschaft und Kunst im Gegensatz zueinander?
Ganz und gar nicht, auch Unternehmen haben eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. Wir sind insofern ein idealer Partner, mit dem sie dieser Verantwortung gerecht werden können.
Eine Win-Win-Situation sieht er unter folgenden Bedingungen gegeben:
Wenn am Ende beide Partner zufrieden sind und die Kooperation für ihre jeweiligen Ziele nutzen konnten. Für uns bedeutet das, unser Programm realisieren zu können, für den Sponsor, einen Mehrwert zu schaffen, der sich nach außen, aber auch nach innen entfalten kann. Das kann eine gelungene Kundenveranstaltung sein, oder ein attraktives Angebot für die Mitarbeiter des Unternehmens.
Kritiker sprächen immer gerne von einer “Amerikanisierung” des Kultursponsorings. Da hatte er eine interessante Information parat:
Öffentliche Förderung für Museen gibt es da in der Regel gar nicht. Aber die finanzielle Basis für amerikanische Museen ist nicht Sponsoring, sondern Mäzenatentum. Deshalb stimmt es überhaupt nicht, wenn hier immer wieder zu hören ist, wir nähern uns amerikanischen Verhältnissen an. Sponsoring spielt in den Vereinigten Staaten sogar eine geringere Rolle als in Deutschland.
Zu Recht konnte dieser UnternehmensGeist par exellence zwei Preise einheimsen. 2008 wurde die Kunsthalle Schirn zur Kulturmarke 2008 gewählt und im Jahr 2009 wurde er auch noch Österreicher des Jahres im Kulturmanagement. Deutschland braucht noch viel mehr Holleins - zum Wohle der Kultur und der Unternehmen!
Vom Studium fundamentale zum guten Manager? 13. April 2008
Veröffentlicht von Frank Walzel in : Allgemein, Industrie , 2kommentareWahre Sätze
Hochschulen müssen in der Ausbildung verdeutlichen, dass man sich moralisch zu verantworten hat. Es greift aber zu kurz, nur einen Ethikkurs anzukoppeln. Werteerziehung funktioniert am besten im Rahmen einer breiten Ausbildung – auch mit einem gewissen Zwang, in andere Wissenschaftsbereiche hinein zu schauen, etwa über ein Studium fundamentale.
Burkhard Schwenker im Handelsblatt-Interview vom 11. April 2008
Unis können Philosophie und Ethik lehren. Aber sie erreichen damit nicht die 100 bis 200 Manager, die aus der Reihe tanzen. Die überwältigende Mehrheit verhält sich verantwortungsvoll, insbesondere die Eigentümer.
Kurt Biedenkopf im selben Interview
Geisteswissenschaftler kommen in der Wirtschaft an! 29. April 2007
Veröffentlicht von Frank Walzel in : Allgemein , 2kommentareEigentlich dürften sich “die” Geisteswissenschaften nicht beschweren. Wo andere wichtige Themen unserer Zeit nur einen Gedenktag bekommen, hat man den “Orchideenfächern” gleich ein ganzes Jahr zukommen lassen. Nur so richtig gemerkt, hat man von dem Werbefeldzug noch nichts.
Anders ein Spezial im Handelsblatt: Mein Herz ging auf, als ich das Handelsblatt vom 18.04.07 auf Seite 9 aufschlug. Bundesbildungsministerin Schavan brach (endlich einmal) eine Lanze für Geisteswissenschaftler in der Wirtschaft. Und das ganz ohne Selbstmitleid und Opferhaltung, sondern klar, präzise und auf den Punkt wie man es von einer Geisteswissenschaftlerin in Ministerrang erwarten darf. Die entscheidende Stelle aus dem Interview drückt dieses neue Selbstverständnis aus:
Frau Ministerin, Geisteswissenschaften und Wirtschaft scheinen auf den ersten Blick überhaup nicht zusammenzupassen. Wie wichtig sind geisteswissenschaftliche Kompetenzen im Unternehmen?
Geisteswissenschaftler bringen Fähigkeiten mit, die - unabhängig vom Produkt und Markt - in jedem Unternehmen wichtig sind: Sie können sich schnell und selbstständig orientieren , Sachverhalte analytisch erfassen und beherrschen bestimmte Kommunikations- und Darstellungsfähigkeiten. Je wichtiger die Kundenorientierung in Unternehmen wird, desto mehr werden diese Kompetenzen gebraucht. Auch an den Schnittstellen innerhalb des Unternehmens, etwa zwischen Produktion und Marketing, sind Geisteswissenschaftler mit ihrer Übersetzungsleistung gefragt. Entsprechend erfolgreich erobern junge Geisteswissenschaftlerinnen und Geisteswissenschaftler zunehmend ihre Plätze in der freien Wirtschaft.
Bravo, Frau Ministerin! Von diesen Statements kann es ruhig noch mehr geben. Tut es auch, wie das Symposium “UnternehmerGeist” zeigt. Ganz so pragmatisch ging es aber am Tagungsort an der TU Braunschweig nicht zu. Das Symposium war eher eine “interne” Veranstaltung, die auch ohne Vertreter aus der Wirtschaft aus kam. Diskutiert wurde nämlich das Verhältnis von Geisteswissenschaften und der Wirtschaft anhand der Bedeutung von Kommunikation. Wünschenswert ist hier in der Tat ein zweites Symposium im Herbst diesen Jahres, das geziehlt den Kontakt und den Austausch mit der Wirtschaft sucht.
Fazit: Das Interview von Frau Schavan und die gleichzeitige Ankündigung des Symposiums im Haus- und Hofblatt der deutschen Wirtschaft sind ein guter Anfang. Es wird aber (schon jetzt) Zeit weitere Aktionen in Angriff zu nehmen!
Geisteswissenschaften- das ABC der Wirtschaft? 23. Februar 2007
Veröffentlicht von Frank Walzel in : Allgemein , 2kommentareWenn Underdogs gefeiert werden, freuen sich irgendwie alle mit. Ist die Aufmersamkeit dann wieder weg, interessiert sich plötzlich niemand für sie. Genau so wird es den Geisteswissenschaften in Deutschland ergehen.
Da 2007 für die Gutmenschen staatlich organisierte Freude angesagt ist - wir schreiben das Jahr der Geisteswissenschaften - scheinen die Probleme der Orchideenfächer bei all der Böllerei unterzugehen. Jeder Feuilleton, der was auf sich hält, wird mindestens eine flammende Verteidigungsrede auf das ABC der Menschheit halten. Wirklich jeder geistiger Vertreter der Zunft spricht der Öffentlichkeit wieder ins schlechte Gewissen. Und warum? Weil sie alle hoffen, die PISA-geschockte Kulturnation Deutschland aus dem Wachkoma zurückzuholen? Wohl kaum.
Zwei Zeitungen haben immerhin Online-Specials ins Leben gerufen: die Rheinische Post und die ZEIT. Eines bleiben aber auch diese Angebote schuldig. Niemand befasst sich mit dem Nutzen für die Wirtschaft. ABC der Wirtschaft? Fehlanzeige. Was früher mal gut und sinnvoll war, muss einfach noch lauter durch die Gegend gebrüllt werden. Neue Ansätze, ja sogar Lösungen, darf man auch dieses Mal nicht erwarten. Wieso sollen sich dann eigentlich zukünftige Führungskräfte mit den Geisteswissenschaften auseinandersetzen? Ein Artikel in der ZEIT spricht es dann doch aus: Wenn die Geisteswissenschaften es zu etwas bringen wollen, muss endlich “Schluss mit lustig!” sein
Viel Zeit bleibt nicht. 2008 kommt das Jahr der Mathematik :-)!
Wert-Orientiertes Management 20. Februar 2007
Veröffentlicht von Frank Walzel in : Allgemein , 1 kommentar bisher“Manager sind auch nur Menschen”, möchte man manchmal gerne sagen, wenn die Elitenkritik mal wieder durch die Decke geht. Aber immer weniger kann es als Entschuldigung für “”herzloses” gewinnorientiertes Handeln herhalten. Eine neue Generation von Führungskräften hinterfragt Ihr Handeln und das nicht nur in Sonntagsreden. Unter dem hochoffiziellen Namen “Wertekommission - Werte Bewusste Führung e.V.” hat sich eine Gurppe junger Führungskräfte zusammen getan, um eine eben solche “werte-bewusste” Führung zu definieren und sie anschließend in die Öffentlichkeit zu tragen.
Zielgruppe ist das “Rückgrat der Gesellschaft” und das sind laut ihrer Definition die “Generation der 25- bis 45-Jährigen” (!).
Bei solch schmeichelnden Worten (immerhin schließt mich ihre Definition ein) beginnt man sehr schnell nach der Absicht dieser Initiative zu fragen. Obwohl sie jeder irgendwo einmal gehört hat, lesen sich die Worte ganz gut:
Wir wollen denjenigen, die sich noch nicht sicher sind, wie sie führen und entscheiden sollen, klar machen,
… dass der Ehrliche und der Integre nicht der Dumme ist,
… dass Manager nicht Heuschrecken sein müssen,
… dass man mit werteorientierten Lebensprinzipien kein Einzelkämpfer ist (auch wenn es einem manchmal so vorkommt),
… und dass man profitiert, wenn man als Führungskraft Werte lebt.Je früher, desto besser.
Das klingt nun wirklich zu schön. Bald ist also die zweite Frage zur Stelle: Wie setzen sie es in die Praxis um? Das wiederum klingt dann doch sehr wohl durchdacht: “Offene Veranstaltungen, Diskussion über einzelne Werte und ihre Umsetzung, Impulsgeber aus Wirtschaft und Gesellschaft als Referenten”. Und wenn man sich die Liste der Unterstützer ansieht, staunt man nicht schlecht über die Bandbreite der dort vertretenen Manager.
Am besten gefielen mir jedoch ihre sechs Thesen, die als Basis ihrer Aktivitäten verstanden werden sollten. Ein wirtschaftsnaher Geistes- und Sozialwissenschaftler hätte es nicht schöner formulieren können:
Nachhaltigkeit
* Einklang von ökonomischen, ökologischen und sozialen Parametern
* Entwicklungschancen künftiger Generationen als unternehmerischer Handlungsmaßstab
* Ausgewogenheit zwischen Quartalsgewinnen und langfristiger ProfitabilitätIntegrität
* Aufrichtigkeit gegenüber sich selbst und anderen
* Konsistente Orientierung an geltenden Gesetzen, Normen und RegelnVertrauen
* Verhalten, das dem Gegenüber Sicherheit vermittelt
* Subjektive Überzeugung der Richtigkeit bzw. Wahrheit von Handlungen und Einsichten
* Vermögen, Anderen Spielraum zu ermöglichenVerantwortung
* Bereitschaft oder Verpflichtung, für etwas einzutreten und die Folgen davon zu tragen
* Bereitwilligkeit, Eigennutz hinter das unternehmerische Gesamtinteresse zu stellenMut
* Bereitschaft, Neues zuzulassen und anzunehmen
* Fehlerfreundlichkeit (”trial & error”)
* Kraft zur Entscheidung und VeränderungRespekt
* Gegenseitige Anerkennung und Wertschätzung der Persönlichkeit
* Achtung von Verhaltensweisen und Leistungen (z.B. Kollegen, Mitarbeiter)
* Verzicht auf Dominanz der eigenen Denkweisen
Auch wenn Kritiker der Initiative vorwerfen mögen, dass das doch alles furchtbar kitschig klingt, wünsche ich den Machern den größtmöglichen Erfolg. Das ist UnternehmensGeist wie er ihm Buche steht!
Immer mehr Sozialwissenschaftler in der Wirtschaft 8. Dezember 2005
Veröffentlicht von Frank Walzel in : Allgemein , 1 kommentar bisherDie Arbeitslosenquote unter Sozialwissenschaftlern ist etwa dreimal so hoch wie bei Akademikern insgesamt und liegt damit leicht über der “amtlichen” Arbeitslosenquote von ca. 9,5 Prozent. Dies gehört zu den Ergebnissen von Andreas M. Ortenburgers Diplomarbeit “Was machen eigentlich Sozialwissenschaftler?”, in der er die Berufsaussichten von Sozialwissenschaftlern nach dem Studium untersuchte. Für seine Studie wurde er mit einem der Preise an Studierende 2003 der Ruhr-Universität Bochum ausgezeichnet. Immer mehr Sozialwissenschaftler zieht es in die freie Wirtschaft. Ortenburger fand zwar heraus, dass 40 Prozent der Absolventen ihre erste Beschäftigung an der Universität finden. Auf eine Vielzahl unspezifisch ausgeschriebener Stellen werden jedoch auch Sozialwissenschaftler eingestellt. Befragungen in Unternehmen zeigten, dass in der Privatwirtschaft von je 4.000 Mitarbeitern ca. ein bis zwei Sozialwissenschaftler sind - im öffentlichen Dienst zwei bis viermal so viel. Darüber hinaus wechselt ein erheblicher Anteil der zuerst in der Wissenschaft Beschäftigten später in privatwirtschaftliche Arbeitsfelder - wo sie sich dann selbst nicht mehr als Sozialwissenschaftler bezeichnen.[qu:staufenbiel.de]
Gern verweise ich für Studenten aus Berlin auf den neuen Weblog http://www.hu-studenten.de in dem sich Studenten aus der Hauptstadt, gern aber auch aus anderen Regionen zu Studium, Wohnen, Jobben etc. austauschen können.
Was sagt die Wissenschaft? 1. August 2005
Veröffentlicht von Frank Walzel in : Allgemein , einen kommentar schreibenEs klingt schon reichlich widersprüchlich, wenn ich sage: Wenn man etwas über die (Berufs-)Praxis wissen willst, befrage die akademische Theorie. Wo doch jeder weiß, dass die Berufswelt anderen Regeln gehorcht als die idealistische akademische Lehre. Wenn aber die Suche in den gängigen Medien (Internet, Sachbücher) nicht den gewünschten Erfolg verspricht - die ZEIT und das Manager Magazin machen hier eine Ausnahme - muss das Problem auf wissenschaftlichem Wege angegangen werden.
Eher durch einen Zufall stieß ich auf auf zwei Dissertationen, die exakt der Fragestellung dieses Weblogs nachgegangen sind. Erstere von Heiko Konrad (”Sozial- und Geisteswissenschaftler in Wirtschaftsunternehmen”) beschäftigt sich u.a. mit dem Berufsbild des General Managers. Dessen Kompetenz sollte darin bestehen zu erkennen, wann er welches Fachwissen braucht und die Mittel dieses Wissen dann auch zu bekommen. Zuallererst sei er nämlich ein Generalist, der keine spezifisches Fachwissen benötige. Für einen Geisteswissenschaftler, der sich betriebswirtschaftliche Grundlagen angeeignet habe, käme dieses Anforderungsprofil sehr zupass, da er ja gewohnt sei, themenübergreifend zu arbeiten. Den entscheidenden Punkt stellte Konrad, wie ich meine, heraus, als er einen General Manager mit soziologischer Ausbildung sprechen ließ:” Der General Manager muss über die Fähigkeit verfügen, die Angst, es in der Praxis nicht zu schaffen, überwinden. In der Praxis komme es nicht darauf an, zu wissen, sondern zu machen, die protestantische Ethik nicht zu zitieren, sondern zu leben.” Die bei Geisteswissenschaftlern oft angemahnten fehlenden BWL-Kenntnisse bewertete Konrad in seinen Untersuchungen gering. Welche Chancen Geisteswissenschaftlern offenstünden, ist für Konrad somit eher in ihren Köpfen zu suchen, als in den Rahmebedingungen der Personalabteilungen.
Die zweite, weitaus interessantere Arbeit von Birgit Wannewitz (”Geisteswissenschaftler in der Wirtschaft”) geht über eine reine Situationsanalyse hinaus und entwirft sogar ein Modell zur Verbesserung der Berufseintrittschancen. Sie sieht sich in ihrer Hypothese bestätigt, dass Geistes- und Sozialwissenschaftler (GSW) die höchsten Einstellugnschancen haben in Unternehmen, die Assessment Center (AC) zur Personalauswahl verwenden. Da vor allem Unternehmen mit über 50 akademischen Nachwuchskräften pro Jahr ACs ausrichten, seien große Unternehmen für GSWliche Bewerber eher geeignet als kleinere Unternehmen. Belegt werden die Thesen mit Umfragen in verschiedenen Branchen und Unternehmen unterschiedlicher Größe.
Die Argumentation leuchtet mir ein, spielt sie doch dem “typischen” Qualifikations- und Persönlichkeitsprofil eines GSWlers in die Hand. Dem stellt Wannewitz aber auch ein erhebliches Qualifikationsdefizit auf seiten der GSWler entgegen, sowohl in fachlicher Hinsicht als auch bei den Persönlichkeitsmerkmalen. Dem kann, so Wannewitz, nur entgegnet werden, indem fachliche Kompetenzen frühzeitig Praktika, Zusatzkurse und Seminararbeiten wirtschafts- und unternehmensnah ausgerichtet werden und unternehmensfördernde Persönlichkeitsmerkmale in Studenteninitiativen und als Werkstudent aufgebaut werden. Hat man diese Vorgaben so gut es geht erfüllt, warte auf den Bewerber eine weitaus schwierigere, weil unerwartete Hürde - der “Mythos” der Unvereinbarkeit von GSW und betrieblicher Praxis. In den Umfragen von Wannewitz gingen Personaler von der Annahme aus, GSWler könnten nicht zur Lösung betrieblicher Probleme beitragen, da ihnen fachliche Grundlagen und Management-Skills fehlten. Die Antwort der GSWler darauf müsse darin bestehen, die “Marke” Geisteswissenschaftler gegenüber den Personalern zu stärken. Gerade weil GSWler einen anderen akademischen Hintergrund haben bereichern sie die Unternehmenskultur durch neue Lösungswege, teamorientierte Führung und ausgereifte Kommunikation. Damit tragen sie als Generalisten dazu bei, den langfristigen Unternehmenserfolg zu sichern.
Genau hier könnte aber für viele GSWler das größte Hindernis verborgen liegen. Zu wenige sind von sich und ihrem Studium überzeugt, schaffen es also nicht sich zu “verkaufen”. Dabei gibt ihnen ihre Ausbildung Werkzeuge (neudeutsch auch “Tools” genannt) an die Hand, die sie für diese Situation bestens wappnet. Ist die Erkenntnis gereift, verschließen sich keinem GSWler mit einer ordentlichen Brise Unternehmergeist auf ewig die Tore der Unternehmen. Ich habe mich durch die Lektüre der hier vorgestellten Arbeiten in meinen Annahmen bestätigt gesehen und daraus Mut geschöpft, den Weg in die “freie Wirtschaft” fortzusetzen (siehe auch Artikel in der ZEIT). Dies mit Interessierten zu teilen, war mein Antrieb für diesen Artikel.
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Weiterbildung UND Networking - sonst läuft nichts! 1. August 2005
Veröffentlicht von Frank Walzel in : Allgemein , einen kommentar schreibenDie Entwicklung ist durchaus beachtlich: An den meisten deutschen Universitäten sprießen Weiterbildungszentren für Geistes- und Sozialwissenschaftler aus dem Boden. Ob sie nun “Student und Wirtschaft”, heißen, “Magister in den Beruf” oder “Projekt Geist und Wirtschaft”, eins ist allen gemein: Sie versuchen Defizite universitärer Ausbildung auszugleichen und die Attraktivität von Absolventen “weicher Fächer” zu steigern. Ihre Angebote reichen von Projektmanagement, Rhetorik, Informationsveranstaltungen zu einzelnen Berufsbilder bis zu Crashkursen über die Grundlagen der BWL und VWL. Wie aber wird die so erworbene “Kompetenz” von den Personalern der Wirtschaftsunternehmen eingeschätzt? Ist sie nur der berühmte “Tropfen auf den heißen Stein” oder lässt sie eine Anstellung in kaufmännischen Berufszweigen wahrscheinlicher werden?
Es ließe sich gut argumentieren, man bräuchte von einem regulärem BWL-Studium ohnehin nur einen schwindend geringen Anteil und das was man in der Praxis bräuchte, könne von geisteswissenschaftlichen Autodidakten mit ein wenig Eigeninitiative aufgeholt werden. Aus meiner Sicht greift diese Ansicht in dieser Form allerdings zu kurz. Auch bei hohem Zeit- und Geldeinsatz werden aus Geisteswissenschaftlern nach 40 bis 60 Unterrichtseinheiten wirtschaftskundige und verhandlungungssichere Kaufleute oder Betriebswirte. Vielmehr sollte der Apsirant frühzeitig Anschluss an Berufsverbände und wirtschaftsnahe Vereinigungen suchen, um auf persönlichem Wege Vertreter der Branche kennen zu lernen. “Networking” heißt hier das Stichwort. Geisteswissenschaftler - auf den Karriereseiten der Zeitungen stets als kommunikationsstark gerühmt - könnten ihre Neugier und fachliche Flexibilität voll zum Einsatz bringen und so die Distanz zur “Wirtschaft” verkürzen. Leider, so mein Eindruck, scheinen viele zu diesem Schritt am aller wenigsten bereit und beschränken sich auf die Kommunikation via Telefon, Internet oder den Postweg. Das ist schade, verschwenden sie doch Möglichkeiten, durch persönliche Erfahrungen ihr Profil (und Charakter) zu schärfen und an der “Selektionsmauer” vorbei zu Unternehmen Kontakt aufzunehmen. Dass sich die Einstellungen geisteswissenschaftlicher Studenten diesbezüglich ändern werden, bin ich mir sicher - und wenn es aus Angst vor der drohenden Arbeitslosigkeit ist.
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