Eine deutsche Diskussion 18. Januar 2010
Veröffentlicht von Frank Walzel in : Grundsatz-Artikel, Pressespiegel, Studentischer Geist , trackbackEs geht wie immer um alles in der Auseinandersetzung: “Bildung ist der Rohstoff der Zukunft!” Diesen Satz kann man sich gar nicht mehr wegdenken. Und dennoch werden die Instutionen der Bildung in einer deutschen Diskussion regelrecht aufgerieben. Beide Lager arbeiten verbissen und laut an der Umsetzung ihrer Ideen, nur die Vertreter der vermittelnden Position sind kaum zu hören.
Im UniSpiegel 06/2009 bezieht der Wirtschaftspädagoge Hermann Ebner, Prorektor für Lehre an der Universität Mannheim, Stellung zur Bologna-Reform.
Sein Fazit:
Die Reform war überfällig…
Man muss das Bologna-Konzept einfach ernst nehmen. Der Bachelor ist ein eigener Abschluss, der Master ist es ebenfalls. Das hat den Vorteil, dass man nach dem Bachelor in BWL sich auch für ein Ingenieurstudium bewerben kann. Wenn Sie früher ein BWL-Diplomstudium angefangen hatten, konnten Sie nach der Zwischenprüfung nicht einfach zu den Ingenieuren wechseln.
…die Umsetzung ist aber technokratisch und daher fehlerhaft.
Was wir jedoch an manchen Stellen versäumt haben, ist, dieses Konzept tatsächlich mit Leben zu füllen und etwas Eigenes daraus zu machen. Nicht zuletzt die Politik, die Kultusadministration, hat das alles eher technokratisch betrieben.
Ein Baustein der Lösung: Den Hochschulen muss erlaubt sein, ihre Freiheit auch wahrzunehmen.
Wenn die Universitäten mehr Freiheiten bekämen - und sie vor allem auch nutzen würden, um intelligent geschnittene Studiengänge auf den Markt zu bringen. Studiengänge sind ja ein Teil unserer Produktpalette, und die müssen sich am Markt durchsetzen. Das heißt, es muss eine Nachfrage da sein bei den Studierenden, es muss eine Nachfrage am Arbeitsmarkt für unsere Absolventen vorhanden sein - und wenn das gegeben ist, sind wir auf dem richtigen Weg.