Business Schools und Humboldts Erbe 8. März 2009
Veröffentlicht von Frank Walzel in : Pressespiegel , einen kommentar schreibenGerne greife ich an dieser Stelle Themen auf, die den richtigen “UnternehmensGeist” haben, aber in der Flut an Informationen unterzugehen drohen. So auch ein kleines Symposium der Berliner Humboldt-Universität, das den Titel “Business Schools und Humboldts Erbe” trug. Leider “trug” und nicht “tragen wird”, denn gerne hätte ich dafür geworben. Schließlich wurde über die wirtschaftswissenschaftliche Ausbildung des 21. Jahrhunderts sinniert und diskutiert.
Spannendster Vortrag aus unternehmensgeistiger Sicht schien mir die Frage “Manager und Wissenschaftler - sollte eine Universität beide ausbilden?” zu sein. Nicht nur Studenten und Angestellte der HU hätten da aus dem Stand mindestens eine Frage an Dr. Jörg Dräger, Geschäftsführer des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE), gehabt. Immerhin gehört Herr Dr. Dräger einer gemeinnützigen Einrichtung an, die seit 2001 das Hochschul-Beratungsunternehmen CHE Consult GmbH unterhält. Diese Beratungsgesellschaft arbeitet “für Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Wissenschaftsbehörden, die durch strategisch ausgerichtete Projekte ihre Leistungsfähigkeit steigern und sich auf neue Herausforderungen vorbereiten wollen”.
Jede Veranstaltung dieser Art ist daher aus meiner Sicht eine gute Sache, doch warum findet sich so wenig zu den Ergebnissen im Internet? Da drängt sich mir immer wieder das Bild des Elfenbeinturms auf und das Urproblem der deutschen Universitäten: Tolle Ideen, schlechte Öffentlichkeitsarbeit! Der Titel hatte jedenfalls das Zeug zu mehr. Wenn es aber um die Zukunft des Landes geht, sollten wohlfeile Argumente nicht in den Instituten und Gremien kreisen, sondern den Austausch mit der Gesellschaft wagen. Denn eines geht nicht: Über den Bologna-Prozess jammern, die alten Zeiten feiern und bei der Umsetzung zum Schmollen in die Ecke stellen.