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Der (nicht)rechnende Philosoph 6. April 2008

Veröffentlicht von Frank Walzel in : Pressespiegel , trackback

In Umbruchprozessen gibt es immer jemanden der zurückbleibt, den Großteil der im Mittelfeld langsam mitgeht und Andere, die vorne weggehen - so auch bei der Frage Geisteswissenschaftler in der Wirtschaft.

Die Nachzügler seien vorneweg genannt: Urtypische Vertreter der Geisteswissenschaften, die Altphilologen, trafen sich auf Bundesebene - und niemandem im Internet wird Bescheid gesagt. Zu deutsch: Es gibt keine (wie mittlerweile üblichen) Auftritt im Web, der auch Laien mal angelockt hätte. Ein Unterordner auf der Verbandsseite des Deutschen Philologenverbandes musste da reichen. So lassen sich alt(ehrwürdige) Sprachen nicht retten, geschweige denn bekannter machen.

Am anderen Ende der Skala war in der Financial Times ein Artikel von Burkhard Schwenker (PDF-Datei der Universität Eichstätt) zu lesen. Der Vorstandsvorsitzende der Unternehmensberatung Roland Berger plädierte offensiv für mehr Geisteswissenschaftler in der Wirtschaft - und natürlich auch bei Roland Berger. Manche mögen sagen “Diese Forderung dient allein dem Unternehmensimage und spiegelt nicht die Realität wider!”. Doch auch wenn ich beide Kritiker-Aussagen unterschreibe, ändert es nichts an der Forderung Schwenkers von den Vorteilen der “rechnenden Philosophen” für Unternehmen zu profitieren.

Wie gehören diese beiden Meldungen zusammen? Nun, sie zeigen wie groß der Abstand von den Pionieren zu den Ur-Konservativen geworden ist. Fatal wäre es, wenn die beiden Gruppen den Kontakt zueinander verlieren würden.