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Maschinenbauer lernen Griechisch 20. April 2008

Veröffentlicht von Frank Walzel in : Wirtschaftsethik, Pressespiegel, Initiativen , 2kommentare

Der Austausch zwischen Geisteswissenschaften und der Wirtschaft wurde hier bei UnternehmensGeist.de reichlich diskutiert. Wie aber steht es eigentlich mit “der Technik” und den Geisteswissenschaften? Schließlich sind auch viele Ingenieure in Führungspositionen in der Wirtschaft.

Die TU Darmstadt bietet ihren zukünftigen Maschinenbauern Vorlesungen in Philosophie. Die FAZ hat diesem Novum (zum Glück) in ihrer Samstagsausgabe einen Artikel gewidmet: “Philosophie für Maschinenbauer” FAZ 19./20.04.08, Nr. 92, S. C13!

Aristoteles hätte da seine wahre Freude daran gefunden; sind doch viele Begriffe im Maschinenbau aus dem Griechischen!

Vom Studium fundamentale zum guten Manager? 13. April 2008

Veröffentlicht von Frank Walzel in : Allgemein, Industrie , 2kommentare

Wahre Sätze

Hochschulen müssen in der Ausbildung verdeutlichen, dass man sich moralisch zu verantworten hat. Es greift aber zu kurz, nur einen Ethikkurs anzukoppeln. Werteerziehung funktioniert am besten im Rahmen einer breiten Ausbildung – auch mit einem gewissen Zwang, in andere Wissenschaftsbereiche hinein zu schauen, etwa über ein Studium fundamentale.

Burkhard Schwenker im Handelsblatt-Interview vom 11. April 2008

Unis können Philosophie und Ethik lehren. Aber sie erreichen damit nicht die 100 bis 200 Manager, die aus der Reihe tanzen. Die überwältigende Mehrheit verhält sich verantwortungsvoll, insbesondere die Eigentümer.

Kurt Biedenkopf im selben Interview

Der (nicht)rechnende Philosoph 6. April 2008

Veröffentlicht von Frank Walzel in : Pressespiegel , einen kommentar schreiben

In Umbruchprozessen gibt es immer jemanden der zurückbleibt, den Großteil der im Mittelfeld langsam mitgeht und Andere, die vorne weggehen - so auch bei der Frage Geisteswissenschaftler in der Wirtschaft.

Die Nachzügler seien vorneweg genannt: Urtypische Vertreter der Geisteswissenschaften, die Altphilologen, trafen sich auf Bundesebene - und niemandem im Internet wird Bescheid gesagt. Zu deutsch: Es gibt keine (wie mittlerweile üblichen) Auftritt im Web, der auch Laien mal angelockt hätte. Ein Unterordner auf der Verbandsseite des Deutschen Philologenverbandes musste da reichen. So lassen sich alt(ehrwürdige) Sprachen nicht retten, geschweige denn bekannter machen.

Am anderen Ende der Skala war in der Financial Times ein Artikel von Burkhard Schwenker (PDF-Datei der Universität Eichstätt) zu lesen. Der Vorstandsvorsitzende der Unternehmensberatung Roland Berger plädierte offensiv für mehr Geisteswissenschaftler in der Wirtschaft - und natürlich auch bei Roland Berger. Manche mögen sagen “Diese Forderung dient allein dem Unternehmensimage und spiegelt nicht die Realität wider!”. Doch auch wenn ich beide Kritiker-Aussagen unterschreibe, ändert es nichts an der Forderung Schwenkers von den Vorteilen der “rechnenden Philosophen” für Unternehmen zu profitieren.

Wie gehören diese beiden Meldungen zusammen? Nun, sie zeigen wie groß der Abstand von den Pionieren zu den Ur-Konservativen geworden ist. Fatal wäre es, wenn die beiden Gruppen den Kontakt zueinander verlieren würden.