Letzter Aufruf für alle wirtschaftsnahen Geisteswissenschaftler! 22. März 2007
Veröffentlicht von Frank Walzel in : GeistesWissenSchaft , trackbackManchmal hillft es, die Merksätzchen des anglophilen Marketing zu beachten, um schneller und direkter in die Köpfe der Öffentlichkeit zu kommen. So schien der Journalist Ansgar Lange das KISS-Prinzip bei seinem Artikel über Geisteswissenschaftler in der Wirtschaft als Vorbild genommen zu haben. Getreu meiner freien Übersetzung “Keep it simple, stupid!” hat er auf dem Nachrichtenportal NeueNachricht in drei Absätzen eigentlich alles richtig gemacht: Nicht wieder über die armen Geisteswissenschaftler jammern, sondern Neues/Konstruktives der Öffentlichkeit mitteilen!
So attestieren Vertreter von Kienbaum, dem Kölner Institut der deutschen Wirtschaft und der Financial Times Deutschland den Absolventen “weicher Fächer” gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Das anglo-amerikanische Vorbild wird dabei häufig nicht gesehen:
In Deutschland gibt es im Alltag jedoch noch häufig eine strikte Trennung zwischen den „weichen“ und „harten“ Fächern. In den angelsächsischen Ländern geht man schon lange und erfolgreich andere Wege.
Dass es nicht immer nur den “Exoten” an irgendetwas fehlt, sondern auch andere Absolventengruppen entscheidende “Soft Skills” aufzuholen haben, ist mir hier eine besondere Erwähnung wert:
In Deutschland kann es ebenfalls nicht schaden, wenn ein Ingenieur gelegentlich ein Buch oder eine Zeitschrift aufschlägt, die mit seinem Beruf nichts zu tun hat. Leider produzieren unsere Universitäten heute zu viele Spezialisten, denen soziale Kompetenzen und kulturelle Fertigkeiten abgehen.
Fazit: Wem was fehlt und wer was vom wem lernen kann, ist immer noch vom Standpunkt des Betrachters abhängig. Auch etwas was Geisteswissenschaftler besonders gut können :-)!