Deutschland, Deine Managerausbildung…
Wir alle haben es uns doch gewünscht: Die Hierarchien der Unternehmen werden durchlässiger, Karrierewege individueller und die Auswahl zukünftiger Führungskräfte wird internationaler. Was früher die Promotion war, ist jetzt der MBA im Begriff zu werden. Die geringe Erfahrung mit der Management-Ausbildung lässt viele ratlos zurück. Ist der MBA nun akzeptiert? Wird er das auch in der Zukunft sein? Lieber doch auf Nummer sicher und BWL-Studium mit anschließender Promotion? Die Antwort auf diese Fragen lautet immer gleich: Es kommt darauf an, wo ich wie arbeiten will und was danach passiert.
Die Entscheidung für oder gegen einen MBA muss jeder für seine individuelle Situation entscheiden. Etwas ist jedoch der MBA nicht: Eine Management-Ausbildung, die zum diplomierten, staatlich zugelassenen Manager ausbildet. Ohne die nötige Praxiserfahrung in verantwortungsvoller Position ist auch das teuerste Curriculum für die Katz. Das bestätigt auch nochmal Johannes von Schmettow im Manager-Magazin-Interview:
Der Vertrauensvorschuss für den MBA in Deutschland gründet darauf, dass die meisten deutschen Führungskräfte damit den Abschluss an einer Topuniversität wie Harvard oder Kellogg verbinden. In den USA oder England steht er für den Abschluss an einer beliebigen Universität – entsprechend nüchterner sind die Einschätzungen. International ist jedoch unbestritten, dass ein MBA-Abschluss an einer Ivy-League-Uni als fachliche Vorbereitung kaum zu toppen ist. Doch ein MBA von einer Spitzenuniversität ist nicht alles.
Dass es nicht immer der klassische BWL-Karriereweg sein muss, sagt nicht nur das Credo von UnternehmensGeist. Auch Nachwuchsführungskräfte mit geistes- und sozialwissenschaftlichem Hintergrund können mit der richtigen Management-Ausbildung (u.a. einem MBA) in den Hierarchien der Unternehmen nach oben klettern. So auch von Schmettow im MM-Interview:
Teams, die aus Wirtschafts- und Rechtswissenschaftlern, aus Natur- und Geisteswissenschaftlern zusammengesetzt sind, arbeiten meist kreativer.
Die Begründung liefert von Schmettow gleich nach:
Zudem stärkt es den Wettbewerb, wenn Talente verschiedener Fachrichtungen für Managementaufgaben infrage kommen. Der Talentpool wird größer, das Wissen diverser: Hier zeigt sich der gute Einfluss der international agierenden deutschen Unternehmen.
Warum problematisieren wir ständig in Deutschland die Management-Weiterbildung? Die Management-Ausbildung steckt hierzulande noch in den Kinderschuhen. Bis wir das internationale und interdisziplinäre Niveau erreicht haben, sollten wir erstmal die wettbewerbstaugliche Grundlagen, d.h. MBA-Programme, schaffen, bevor wir immer die gleichen quälenden Fragen stellen.
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