Der wahre Kern des Managements 2. Oktober 2006
Veröffentlicht von Frank Walzel in : Management , einen kommentar schreibenEs gibt Dinge, über die mich immer wieder wundere. Man möchte doch meinen, dass Menschen, die auf Ihrem Fachgebiet als “Guru” bezeichnet werden, entsprechendes Gehör und Aufmerksamkeit bekommen. Nun tat dies Peter Drucker, als er sich (wie so oft und erfolgreich) über das Wesen des Managements äußerte. Das Interessante daran war bzw. ist, dass das Echo in der “Community” heute noch zu wünschen übrig lässt .
Worum geht es?
In seinem Buch “Neue Realitäten - Wertewandel in Politik, Wissenschaft und Gesellschaft” (Berlin 1989, S. 273 f.) bezeichnet er Management in seinem Kern als eine geisteswissenschaftliche (!) Disziplin:
Im Management geht es um Maßnahmen und Anwendung. Prüfstein für den Erfolg sind die erzielten Ergebnisse. Damit wird Management zur Technik. Management geht aber auch mit Menschen um, mit ihren Werten, ihrem Wachstum und ihrer Entwicklung - damit wird Management zu einer Geisteswissenschaft. Das gleiche gilt für die Sorge des Managements um seine Auswirkungen auf die gesellschaftliche Struktur und das Gemeinwesen. (…) Management ist daher eine Disziplin, die wir traditionell als Geisteswissenschaft bezeichnen, Geisteswissenschaft deshalb, weil es um die Grundlagen des Wissens, der Selbsterkenntnis, der Weisheit und der Führung geht. Gleichzeitig ist Management eine ‘Kunst’, weil sie Praxis und Anwendung zugleich ist. Manager greifen auf Wissen und Einsichten der Geistes- und Sozialwissenschaften zurück, auf die Psychologie und Philosophie, auf Volkswirtschaftslehre und Geschichte, auf die Physik und auf die Ethik. Sie müssen aber dieses Wissen auf Effektivität und Ergebnisse konzentrieren, sie müssen sich darauf konzentrieren, einen kranken Patienten zu heilen, einem Schüler etwas beizubringen, eine Brücke zu bauen, eine benutzerfreundliche Software zu entwickeln und zu verkaufen. Aus diesen Gründen wird Management zunehmend die Disziplin und Praxis sein, durch die und in der die ‘Geisteswissenschaften’ wieder Anerkennung, Schlagkraft und Bedeutung erwerben.
Gefunden bei Flowmanagement.de (PDF-Dokument, S. 5, 2. Abs.).
Wer kann da noch behaupten, die Geisteswissenschaften hätten keine Erklärungskraft?
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