Der UnternehmensGeist 26. September 2006
Veröffentlicht von Frank Walzel in : About , 4kommentareDas Motto von UnternehmensGeist
In short, management is a liberal art! (Peter Drucker)
Dieses Zitat von Peter Drucker ist mehr als nur die Träumerei eines Management-Vordenkers, es ist auch das Motto von UnternehmensGeist. Geistes- und Sozialwissenschaften und betriebswirtschaftliches Management gehörten schon immer zusammen. Damit spricht sich UnternehmensGeist bewusst gegen die immer noch weit verbreitete Meinung aus, das Eine habe mit dem Anderen nichts zu tun. Vielmehr noch: Beide Wissensbereiche brauchen einander, um langfristig überleben und brauchbare Ergebnisse für Menschen hervorbringen zu können. Dies gilt für die strategischen Entscheidungen von Führungskräften in Unternehmungen genauso wie für Wissenschaftler, die sich um gute Lehre und Forschung bemühen oder Referenten in Non-Profit-Organisationen, die ihre knappen Geldmittel verwalten. Auf gut deutsch: In allen wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Bereichen ist UnternehmensGeist gefragt!
Wenn Sie Fragen zu UnternehmensGeist.de oder verwandten Themen haben, stehe ich unter der E-Mail-Adresse walzel [at] unternehmensgeist.de für Fragen zur Verfügung. Ich versuche stets so schnell wie möglich mit einer Rückmeldung zu antworten.
Die Etikette auf UnternehmensGeist.de
Auch wenn Weblogs häufig anonym gehalten werden, wollte ich es zur Politik dieses Business-Weblogs erklären, dass mit einem möglichst hohen Maß an Transparenz gearbeitet wird. Wer unerkannt bleiben oder womöglich Unsinn unter die Menschen bringen will, kann dies in zahllosen Chats und Foren tun. UnternehmensGeist.de ist für diese User ungeeignet. Die Kommentatoren und Verfasser von Beitragen auf UnternehmensGeist.de sollen ihre sachlich fundierte (nicht immer bierernste) Meinung äußern und für sie auch gerade stehen. Opportunisten und Wankelmütige finden sich im Netz genug. Sie hatten ausreichend Zeit das Internet für den Aufbau konstruktiver Netzwerke und Plattformen zu nutzen. Einiges erwies sich als brauchbar, aber für einen Großteil der Einrichtungen im WWW kann man auch auf ein Pläuschchen zu seinem Zeitungshändler gehen.
Die Zukunftspläne
Vorrangiges Ziel von UnternehmensGeist.de ist es, für Interessierte eine konstruktive Plattform der Kommunikation zu bieten. Aber wie jedes Business-Weblog will auch dieses Portal wachsen und expandieren. Als ein realisierbares Fernziel erscheint mir der Ausbau des Business-Weblogs zu einem Netzwerk oder einer Initiative in Vereinsform. Das setzt allerdings einen größeren Verwaltungsaufwand voraus, der nur mit engagierten Mitstreitern/Partnern zu bewältigen ist. Sollte also jemand beim Lesen dieser Zeilen vor Ideen nur so sprühen, gibt es für ihn nur einen Ausweg: Werden Sie ein UnternehmensGeist!
Viel Spaß beim Stöbern, Kommentieren und Schreiben!
Frank Walzel
Originalbeitrag vom 25. September 2005.
Letztes Update: 20. Febuar 2007
Schlüsselqualifikationen und was man darunter versteht 25. September 2006
Veröffentlicht von Frank Walzel in : Weiterbildung , 2kommentare“Was sind Schlüsselqualifikationen? Über wie viele davon verfüge ich eigentlich? Kann ich sie durch Training ausbauen?” Solche oder ähnliche Fragen quälen meist Menschen, die sich für eine neue Stelle qualifizieren wollen. Doch was sind denn nun überhaupt “Schlüsselqualifikationen”? Die FTD hat in ihrer Serie “Business Wissen” den Begriff unter vier Oberkategorien gepackt:
- Kognitive Kompetenzen umfassen das Denken in Zusammenhängen, die Fähigkeit zu logischem, abstraktem und konzeptuellem Denken, Transferfähigkeit oder Problemlösungsfähigkeit.
- Kommunikative Kompetenzen sind die schriftliche und mündliche Ausdrucksfähigkeit, Beherrschung von Präsentationstechniken, Diskussionsfähigkeit, partnerorientierte Kommunikation.
- Soziale Kompetenzen beinhalten Konflikt- und Kritikfähigkeit, Teamfähigkeit, Einfühlungsvermögen, Durchsetzungsvermögen, Führungsqualitäten oder Kundenorientierung.
- Selbstkompetenz umfasst Selbständigkeit, Flexibilität, Kreativität, Initiative, geistige Offenheit und Mobilität, Ausdauer, Verantwortungsbereitschaft, Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit, Umgehen mit Unwägbarkeiten, demokratische Grundhaltung oder ethisches Urteilsvermögen.
- Allgemeines Basiswissen umfasst eine fundierte Allgemeinbildung, EDV-Kenntnisse, Fremdsprachen, interkulturelles Wissen, wirtschaftliches und juristisches Grundwissen, Arbeitswelterfahrungen, Lern- und Arbeitstechniken.
Wer knappe Definitionen lieber hat, wird in dem Beitrag auch bedient:
Wer knappe Definitionen lieber hat, wird in dem Beitrag auch bedient:Eine Schlüsselqualifikation oder Soft Skill ist eine Kompetenz (Fähigkeit, Fertigkeit, Denkmethode und Wissensbestand), die über die fachliche Kompetenz hinausgeht. Die Schlüsselqualifikationen werden unterteilt in Methodenkompetenz, Sozialkompetenz, Selbstkompetenz und Handlungskompetenz. Sie helfen bei der Lösung von Problemen und beim Erwerb von Kompetenzen in möglichst vielen Inhaltsbereichen.
Quelle: “Was alle Mitarbeiter können müssen” von Jürgen Fleig (www.ftd.de)
Um die Sache abzurunden und auch die visuellen Lerntypen zu bedienen, hier das Ganze in abgewandelter Form als grafische Darstellung:

Quelle: www.hochschuldidaktik.net
Mein Eindruck: Um uns wirtschaftsnahe Geistes- und Sozialwissenschaftler ist dann ja gar nicht so schlecht bestellt oder doch?! Was denkt Ihr?
Sechs Thesen zum Thema Führung 20. September 2006
Veröffentlicht von Frank Walzel in : Management , 2kommentareWenn es was zu feiern gibt, müssen nicht immer die Sektkorken knallen und der Alkohol fließen. Die Akademie für Führungskräfte in Bad Harzburg hat zu ihrem 50-jährigen Bestehen die Aktion www.in-fuehrung-gehen.de ins Leben gerufen. Dass damit ein bisschen PR für die Akademie gemacht wird, schadet dem Inhalt der Seite in keiner Weise. So hat der Geschäftsführer Daniel F. Pinnow sechs, wie ich finde durch und durch zustimmungswürdige, Thesen zum Thema Führung aufgestellt:
- Führen ist kein Status.
- Führen ist eine Dienstleistung.
- Führen ist keine betriebswirtschaftliche Tätigkeit.
- Führen fängt ganz früh an.
- Führen ist keine Kunst.
- Führen braucht Bewegung.
Da die Macher den Führungsbegriff nicht auf die Wirtschaft eingrenzen, sondern - dafür gebührt ihnen ein dickes Lob - auch für die Bereiche Sport, Kultur und Gesellschaft gebrauchen, kann ich die Artikel der Seite zur Lektüre nur schwerstens empfehlen.
Lesen sollten Geistes- und Sozialwissenschaftler (aber auch andere “Exoten”) unbedingt die Ausführungen zur dritten These:
Betriebswirtschaftliche Kenntnisse sind nützlich, sie verhindern gute Führung keineswegs. Aber es hat sich bereits herumgesprochen, dass BWL-Kenntnisse nicht Voraussetzung sein sollten, um Führungskraft zu werden. Warum kommen nur BWL-Studenten im Laufe ihres Studiums mit Führungsaufgaben, theorien und -maximen in Berührung? Warum nicht Geistes- und Naturwissenschaftler?
Damit wäre wohl alles gesagt.
Das Handelsblatt und ihr neuer Feuilleton 15. September 2006
Veröffentlicht von Frank Walzel in : Pressespiegel , einen kommentar schreibenWer sagt eigentlich, dass Wirtschaftszeitungen nicht auch Themen aus anderen Wissensbereichen aufnehmen und diskutieren? Nun, bis vor kurzem hätte ich diese Behauptung nicht so einfach unterschrieben. Doch dann stieß ich auf dem Online-Portal des Handelsblatts neben den vielen wirtschaftsrelevanten Rubriken wie UNTERNEHMEN, BÖRSE, ZERTIFIKATE + FONDS, VORSORGE + ANLAGE, etc. auch auf den Bereich WISSENSCHAFT + DEBATTE. Und siehe da neben Unterkapiteln wie ÖKONOMIE, ESSAY, NATURWISSENSCHAFTEN und LITERATUR finden sich auf einmal Beiträge zu den GEISTESWISSENSCHAFTEN.
Die Idee der Online-Redaktion klingt wie der Wahlspruch des Feuilleton: “Phänomene der Sozial- und Geisteswissenschaften bekommen hier ihr Forum.” Jeder Beitrag kann nämlich in der Tat in einem Forum diskutiert werden. Dies soll jetzt aber nicht so klingen, als wollte ich mich darüber amüsieren oder lustig machen. Das Gegenteil ist der Fall: Auswahl und Aufmachung der Artikel sind absolut lesens- /sehenswert! Da finden sich u.a. Titel wie
Der Printausgabe des Haus- und Hofblatts der deutschen Wirtschaft kann man nur wünschen, mehr von den “Exotenfächern” zu berichten, schließlich ist Wirtschaft viel mehr als BWL/VWL…oder wie ein deutsches Wirtschaftsmagazin in ihrem Slogan so schön sagt: “Nichts ist spannender als die Wirtschaft!”
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Managementliteratur: Die hohe Kunst des Fragens oder “Wär hat’s erfund’n?” 7. September 2006
Veröffentlicht von Frank Walzel in : Management , einen kommentar schreibenGeht es nach einem neuen Ratgeber für (richtiges) strategisches Denken, sollten Führungskräfte neben den einschlägigen Standardwerken der BWL zu Werken der Weltliteratur greifen. Ganz oben dabei: Hänsel und Gretel. Spätestens ab diesem Zeitpunkt würden ernsthafte Manager und solche die es werden wollen, das Interesse an jeder weiteren Information verlieren, wenn, ja wenn der Autor Bolko von Oetinger nicht Senior Vice President der Boston Consulting Group (BCG) sowie Gründer und Direktor des BCG-Strategieinstituts wäre.
Bolko von Oetinger will in seinem “Hänsel und Gretel und die Kuba-Krise” Geschichte und Metaphern dazu benutzen, unangenehme Fragen zu stellen und um die Unternehmung so vor strategischen Fehlentscheidungen zu bewahren. Diese, so die Buchbesprechung bei perspektive blau, fördere das assoziative Denken, fördere ungewöhnliche Sichtweisen zutage und werfe somit immer wieder neue Fragen auf. Da drängt sich bei mir sofort die Frage auf: Kennen wir das nicht schon längst? Dass Klassiker der Weltliteratur als Erfahrungsschatz weit über das alltägliche Leben hinaus gelten, sollte trotz “Pisa-Schock” und finanzschwacher (Hoch)Schulen selbstverständlich sein. Von Nachholbedarf bei Managern berichtete hingegen Vanessa Dippel. Sie schrieb auf UnternehmensGeist von einem Literaturkurs an der Harvard Business School. Ich will jetzt nicht in kulturpessimistischer Art über einen Verfall der Allgemeinbildung bei Führungskräften jammern. Im Zweifel würde ich vielen von ihnen sicher Unrecht tun. Wenn wir aber “andere” Strategien, neue Managementstile und weitsichtige Entscheidungen fordern, sollten wir die Ursprünge dessen nennen: Es sind die Geisteswissenschaften! Sie gehören nicht nur in die Sonntagsreden der Manager, sondern in das Alltagsgeschäft der Unternehmen. Damit meine ich Nachwuchsrekrutierung, Weiterbildung und Management-/Unternehmensphilosophie. Dies von einem Unternehmensberater und “Exoten” wie Oetinger (er studierte Politikwissenschaft in Berlin) zu hören, ist da allerdings schon ein guter Anfang.
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