Philosophie und Wirtschaft - das neue Traumpaar? 5. April 2006
Veröffentlicht von Frank Walzel in : Wirtschaftsethik , einen kommentar schreibenIn letzter Zeit scheinen wirtschaftsphilosophische Themen des öfteren den Weg in die Medien zu finden. Dass es sich dabei um ein für interdisziplinäre Geisteswissenschaftler interessantes Thematik handelt, habe ich versucht, im Kapitel Wirtschaftsethik darzustellen. Warum aber die Liaison aus Geld und Geist nun genau eine Zukunft haben soll, konnte ich nie an irgendetwas festmachen. Hier hilft ein Artikel der Philosophie-Seite philosophers today:
Philosophie und Wirtschaft – eine in die Zukunft weisende Verbindung
Der landläufig im Begriff Ökonomisierung zusammengefaßte Einfluß des wirtschaftlichen Handelns auf das gesellschaftliche und kulturelle Leben nimmt unaufhaltsam zu. In vielen Bereichen hat die Ökonomie bereits die Rolle, die ehedem die Politik inne hatte, übernommen. Diese Entwicklung geht auch an der Philosophie nicht spurlos vorüber. Beschränkte sich traditionell ihr Verhältnis zur Wirtschaft im Wesentlichen auf die drei Bereiche «Ökonomiekritik», «Wirtschaftsethik» und «Lebensweisheiten für Manager», so ist mittlerweile eine, wenn auch oftmals ambivalente Annäherung von beiden Seiten zu beobachten:
* Seitens der Wirtschaft besteht ein allmählich aufkommendes Interesse an den Fähigkeiten der Absolventen geisteswissenschaftlicher Studiengänge.
* Das Marketing kann im selben Maße, wie es von einer Theorie des Verkaufens zu einer soziologisch geprägten Marktanalyse und -gestaltung wurde, als wichtigste Realisationsinstanz politischer Philosophien angesehen werden.
* Hinter Begriffen wie Marken- und Unternehmenphilosophie verbergen sich längst Konzepte sozialer Identitäten.
* Marken selbst treten zugleich als Kulminationspunkte von Ideen und Ideologien wie als kommunikative Zeichen auf.
* Die im Vergleich zur Betriebswirtschaftslehre seit jeher theoretisch ausgerichtete Volkswirtschaftslehre hat sich im Zuge der Auflösung nationalstaatlichen Wirtschaftens und einer veränderten Geldwirtschaft zunehmend von einer mathematisch-naturwissenschaftlich geprägten in eine eher psychologisch-geisteswissenschaftliche Disziplin verwandelt.
Aber auch seitens der Philosophie bzw. genauer mancher Philosophen ist mittlerweile ein Interesse an wirtschaftlichen Fragestellungen ausmachbar, das noch vor zehn oder zwanzig Jahren kaum möglich schien. Es wird deutlich durch …
… Philosophen, die freiberuflich oder als selbständige Unternehmer tätig sind
… Philosophen, die ihre Dienste im Rahmen einer Beratungstätigkeit dem Management anbieten oder selbst ins Management wechselten
… neue Studiengänge, die eine Verbindung von Philosophie und Wirtschaft evaluieren
… Autoren und Philosophiepädagogen, die sich dieser neuen Liaision zuwenden u.v.a.m. philosophers today will dieser beiderseitigen Annäherung Rechnung tragen und auf dieser Seite auf einschlägige Angebote aufmerksam machen. Schreiben Sie uns, wenn Sie selbst in diesem Segment tätig sind oder Ihnen etwas aufgefallen ist, was für diese zukunftsweisende «Schnittstelle» relevant sein könnte. Wir nehmen Ihren Hinweis gerne auf.
—–