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CoCoMa-Kolumne: Die “sanften Managementrebellen” hinterlassen Spuren 11. März 2006

Veröffentlicht von Frank Walzel in : CoCoMa-Kolumne , einen kommentar schreiben

Vielleicht mag ich klingen wie ein Marktschreier, wenn ich zum wiederholten Mal das Buch von Holger Rust (”Die sanften Managementrebellen“) anpreise und über Post-Autisten schreibe, aber dieser Vorwurf ist es mir wert. Nachdem ich hier bei UnternehmensGeist und auf CoCoMa über eine neue Denke in der Generation der 25- bis 35-Jährigen berichtet habe, bin ich Verweise auf ein neues Handeln (oder die ersten Vorboten davon) schuldig geblieben. Eine gute Zusammenstellung dieser “Spuren”, die die sanften Managementrebellen hinterlassen, finden sich auf den Seiten 179-181 des gleichnamigen Buches von Holger Rust. Manches davon klingt sehr vertraut, an das Ein oder Andere wird man sich wohl noch gewöhnen müssen.

Idea Based Economy: Idee als Rohstoff des 21. Jahrhunderts: Leitidee für die Personalpolitik.

Intellectual Capital: Die Idee, dass die Intelligenz und das Wissen von Menschen die wichtigste Kapitalien von Unternehmen sind. OECD-Definition. Einige Ansätze der der Bilanzierung dieser immateriellen Vermögenswerte (Skandia; Watson Wyatts “Human Capital Index”…).

Qualitative Intelligence: Überprüfung aller IT-Lösungen im Hinblick auf die Förderung der intellektuellen Fähigkeiten und der Kommunikationskompetenzen von Mitarbeitern.

Humanistic Economics: Integration der Geisteswissenschaften in die Curricula witrschaftswissenschaftlicher Ausbildungen; Zentren für Wirtschaftswissenschaften an den Universitäten, für die in einem Modulsystem alle Fachdisziplinen intellektuelle Dienstleistungen zu erbringen haben.

Lateral Career Paths: Zunehmende Praxis der systematischen Sammlung von Erfahrung in unterschiedlichen Positionen und Arbeitsfeldern eines Unternehmens; interne Praktika auch bei Berufen mit konkreten Basisqualifikationen, etwa Ingenieuren.

Crossover Learning: Austausch und kritische Diskussion von Strategien mehrer Unternehmen unter der Leitung eines Moderators, meist einer Unternehmensberatung oder einer Hochschuleinrichtung.

Neo-Reengineering: Umstrukturierung ohne Personalabbau. Karl Werner Hansmann, Professor am Institute for Industrial Management der Uni Hamburg, hat das Modell in einer entsprechenden Untersuchung bei 68 norddeutschen Firmen getestet.

Web of Inclusion: Informations-Marktplatz für alle Beteiligten - verschiedene Ressorts, Mitarbeiter, Ehemalige, Berater und Kunden. Menschen unterschiedlichster Tätigkeiten sprechen miteinander und werden in die Vorbereitungen von Entscheidungen einbezogen.

Customer Relations Areas Files: Ausbau der seriösen Trendforschung (Theorie von Igor Ansoff; “Corporate Strategy”): Kooperation mit unterschiedlichen Disziplinen der regionalen Universitäten im Zuge empirischer Projekte zu demografischen, soziologischen, kulturellen psychologischen Entwicklungen. Der ethnologischen Forschung nachgebildet.

Transdisciplinary Alumni: Initiativen von Alumni-Zirkeln der unterschiedlichen Disziplinen einer Universität, die sich in einer Dachorganisation und interdisziplinäre Impulse für die weitere Entwicklung ihrer ehemaligen Almae matres entwickeln. Sie selber profitieren von der wechselseitigen Betrachtung der Welt.

Social Esthetics: Sozialpolitische Initiativen, die die Umweltbelastungen, Armut, Verzweiflung, Obdachlosigkeit und andere als störend empfundene Defizite dieser Gesellschaft durch Reintegration der Betroffenen beendet; Social Sponsoring.

Continuity Management: Sicherung der Leistungsbereitschaft engagierter Nachwuchskräfte, die in vielen Abteilungen oder vielen Positionen eines Unternehmens tätig waren. Es wird an der Tagesordnung sein, dass Mitarbeiter eine Zeit lang im Ausland oder gar bei konkurrierenden Unternehmen arbeiten.

Characters: Neuer umgangssprachlicher Begriff für leitendes Personal. Überzeugendstes Beispiel aus der Literatur: Leading Characters. Damit wird die unverwechselbare Persönlichkeit als wesentliches Element von Führungsstärke gegenüber den Managementmoden betont.

Cooperate Leading: CEO, CFO, Chief Information Officer, Chief Knowledge Officer, Chief Learning Officer - alles Positionen, die allmählich normal werden. Koordinationsaufgaben nehmen zu.

Life Long Consulting: Das Ende der Allround-Berater und Auftragsberatung. Beratung als Dauergeschäft der mit den Unternehmen verbundenen Kräften, wie es beispielsweise heute bei Rechtsanwälten der Fall ist.

Competence Based Image: Unternehmen als Marke auf dem Markt der hochklassigen jungen Führungskräfte. Nicht Unternehmenskultur, sondern Dynamik und Flexibilität prägen diese Marke. Gleichzeitig hat eine hochklassige Mitarbeiterschaft Werbewirkungen für ein Unternehmen, vor allem, wenn es sich um ein mittelständisches Unternehmen handelt.

Post-Autistic Economics: Die Lösung aus der Eindimensionalität der Managementkonzepte und Moden, ohne sie abzuschaffen, wie beschrieben, beginnend schon mit der intellektuellen Diversifizierung der Ausbildung.
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