BWL-Weiterbildung für Quereinsteiger
Es soll ja durchaus Berufseinsteiger geben, die Kurs auf das Management nehmen und keinen kaufmännischen Hintergrund haben. Auf diese Notwenigkeit, sich betriebswirtschaftliches Wissen anzueignen, reagierten verschiedene Weiterbildungsinstitutionen mit den unterschiedlichsten Programmen. Eine (unvollständige) Auswahl von Anbietern habe ich im folgenden zusammengetragen. Über Ergänzungen oder Berichtigungen bin ich jederzeit dankbar.
Eine interessante Alternative ist das Kurs- und Zertifikatssystem von Xpert Business sowie das e-Trainingsprogramm “BWL für Geisteswissenschaftler” von BEGA Tools & Training.
Simone Janson - www.berufebilder.de (anonym) schrieb am 09 Feb 2006 um 2:40 pm ¶
TITLE:
Es muss nicht immer ein Studium sein: Die IHK beispielsweise bietet die schnellere Möglichkeit, einen anerkannten Abschluss zum Betriebswirt IHK zu erwerben. Neben der kürzeren Dauer ist der Abschluss auch bundesweit anerkannt – ein wichtiges Kritierium bei der Auswahl von Weiterbildungen, da in Deutschland noch immer auf das Zeugnis geschaut wir. Eine anerkannte IHK-Prüfung macht sich da einfach besser als das Abschlusszertifikat eine x-Beliebigen Bildungsanbieters.
Inhalte der IHK.Weiterbildung sind Volks- und Betriebswirtschaft, Schwerpunkte angewandter Betriebswirtschaftslehre, europäische und internationale Wirtschaftsbeziehungen einschließlich Fremdsprachen, rechtliche Rahmenbedingungen der Unternehmensführung, Organisation und Personalmanagement, Projektmanagement, Qualitätsmanagement, Ökologiemanagement, Kommunikations- und Zeitmanagement. Zugelassen wird zu dieser Weiterbildung jedoch nur, wer eine zweijährige Berufspraxis in Tätigkeiten nachweisen kann, die der beruflichen Qualifikation eines Betriebswirts IHK dienlich sind. Alternativ dazu kann man eine Fortbildung zum Fachwirt bzw. Fachkaufmann vorschalten (Weitere Informationen zu Angeboten und Abschlüssen unter http://www.ihk.de > Aus- und Weiterbildung).
Simone Janson - www.berufebilder.de (anonym) schrieb am 09 Feb 2006 um 2:47 pm ¶
TITLE: Es muss nicht immer Wirtschaft sein…
Und es muss auch nicht immer nur Wirtschaft sein: Es mag ja auch Geisteswissenschaftler geben die sich ehr für Sprachen interessieren – auch da bietet die IHK (und nicht nur die) interessante Weiterbildungen an. Und wer neben Sprachen auch ein Interesse an Technik hat, für den ist vielleicht eine Weiterbildung in der technischen Dokumentation das Richtige. Andere haben vielleicht eher psychologisch-pädagogische Interessen (dass man auch als Lehrer quereinsteigen kann, dürfte mittlerweile allgemein bekannt sein) und tendieren in den Bereich Berater… Auch da gibt es Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich Psychologie. Und nicht vergessen werden sollte auch der Gesundheits- und Wellness-Bereich, laut diverser Studien der Boom-Markt der Zukunft.
Frank Walzel schrieb am 10 Feb 2006 um 9:49 am ¶
REPLY:
TITLE: Breit aufstellen
In der Tat ist ein Quereinstieg in der Wirtschaft nicht die einzige Alternative zu den “klassischen” geistes- und sozialwissenschaftlichen Berufsbildern. Besonders der “psychologisch-pädagogische Karriereweg” war mir zumindest nicht bekannt. Ein wenig skeptisch macht mich der Umstand, dass die “Konkurrenz” auf diesem Feld sehr gut ausgebildet sein dürfte. Das sind betriebswirtschaftliche Absolventen auf dem Arbeitsmarkt für Unternehmen zwar auch, aber um einen Exotenstatus wird man auch in diesen Branchen nicht herumkommen. Nichtsdestotrotz muss die Devise lauten: Möglichst breit aufstellen und als Generalist v.a. die sozialen Kompetenzen betonen. Das Wichtigste aber ist der unbedingte Wille sich weiter zu entwickeln!
Simone Janson - www.berufebilder.de (anonym) schrieb am 10 Feb 2006 um 1:44 pm ¶
TITLE: Flexibel sein und Nischen besetzen..
Breit aufstellen und Flexibel sein einerseits ja, um sich nicht die Chancen zu verbauen. Andererseits ist es auch für Geisteswissenschaftler gut, sich auf bestimmte Fachgebiete zu spezialisieren, da Generalisten nach meinen persönlichen Erfahrungen eher misstrauisch beäugt werden. Sinnvoll ist da ein Nischenbereich, der die Kompetenzen aus Studium und ggf. neuen Qualifikationen vereint. Das macht den Geisteswissenschaftler dann zu einer Art Unikat. Beispiel dafür ist gerade der Beraterbereich. Ein weitgereister Geisteswissenschaftler könnte andere bei der Planung von Auslandsaufenthalten beraten. Eine psychologische Zusatzausbildung vermittelt dabei wichtige Kompetenzen im Umgang mit Menschen (z.B. wenn es darum geht, herauszufinden, ob der zu beratende Kandidat überhaupt geeignet ist), gleichzeitig bringt der Geisteswissenschaftler vielleicht wichtige Erfahrungen mit, die ihn von reinen Psychologen unterscheiden.
Ich denke, da bieten sich in allen Bereichen Chancen, sich auch gegen die Konkurrenz durchzusetzen – auch wenn diese zunächst mal besser ausgebildet erscheint (übrigens muss jeder Akademiker sein Wissen auch erstmal in der praktischen Anwendung erproben). Ich plädiere aber dafür, das Studium noch viel mehr als persönliche Qualifikation denn als reine Arbeitsmarktqualifikation zu sehen.
Zum Schluss noch eine Frage: Exotenbonus in der Wirtschaft – dafür hätte ich gerne Beispiele. Das ist ein ernstgemeinte, wirklich interessierte Frage – ich habe bislang leider nur negative Erfahrungen gemacht, vielleicht liegt das auch an mir, und freue mich daher über jeden positiven Erfahrungsbericht, der meine zugegeben etwas pessimistische Auffassung diesbezüglich aufhellt.