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Sozialwissenschaftler erforschen ihre Absolventen 6. Dezember 2005

Veröffentlicht von Frank Walzel in : GeistesWissenSchaft , 2kommentare

Wie es aussieht, wenn Sozialwissenschaftler die Berufschancen ihrer Absolventen erforschen, zeigt das Wissenschaftszentrum Berlin in einer Studie mit dem schlichten Titel „Tätigkeitsfeld und berufliche Situation von Sozialwissenschaftlern“. Nach der Auswertung ihrer empirischen Daten kommt sie zu folgendem Ergebnis:

Die Sozialwissenschaftler stellen diejenige Gruppe dar, die in den drei Dimensionen des Tätigkeitsfeldes (überwiegend ausgeübte Tätigkeit, Beruf, Branche) im Gegensatz zu anderen Akademikergruppen die größte Variation aufweisen. Dies bedeutet, dass die Berufsfeldprägnanz beiden Sozialwissenschaftlern im Vergleich mit Betriebswirten, Rechtwissenschaftlern und Geisteswissenschaftlern geringer ist.
Das faktisch realisierte Tätigkeitsfeld ist bei Sozialwissenschaftlern am heterogensten, was auf eine hohe berufliche Flexibilität hinweist. Das Studium ermöglicht den Absolventen offenbar, sich ein breiteres Tätigkeitsfeld zu eröffnen als dies für die anderen Akademikergruppen der Fall ist. Dabei
zeigt sich, dass Sozialwissenschaftler häufig auch in Kategorien anzutreffen sind, die vorab nicht ohne weiteres vermutet wurden. Es stellt sich heraus, dass viele Sozialwissenschaftler in lehrenden Berufen tätig sind, aber auch jeder Achte einen kaufmännischen Beruf ausübt. Im Zusammenhang damit ist
deutlich, dass viele Sozialwissenschaften überwiegend lehrende und erziehende Tätigkeiten ausüben, aber auch beraten/informieren und managen.
(…)

So sind es vor allem die sogenannten Brücken- bzw. Vermittlungsfunktionen (z.B. im Bereich des Marketings, in den Medien, in der Politik oder im pädagogischen Bereich), in denen Sozialwissenschaftler eingesetzt werden. Die Möglichkeit, innerhalb des Studiums, sich Eigenschaften wie Flexibilität, Kreativität und analytische Fähigkeiten anzueignen, scheint somit eine wichtige Voraussetzung dafür, dass sich Sozialwissenschaftler auf dem Arbeitsmarkt weiter etablieren können.

Na, wenn das mal kein handfestes verwertbares Ergebnis ist! Dazu braucht es also im Vorfeld 25 Seiten empirischer Feinarbeit?! Google hätte da ein praxisnäheres Bild geliefert und das mit einer solideren Datengrundlage. Warum müssen Sozialwissenschaftler selbst unwissenschaftliche Themen aus der Praxis mit schweren akademischen Gerät bearbeiten?

Da wundert es einen nicht, dass die Autoren zu folgenden Träumereien fähig sind:

Generell scheint sozialwissenschaftliches Wissen in der privaten Wirtschaft zunehmend Verwendung zu finden. Unterstellt man der privaten Wirtschaft eine höhere Innovationsfähigkeit als dem politischen System, dann kann es nur eine Frage der Zeit sein, dass von dieser Seite vermehrt Gelder für sozialwissenschaftliche Studiengänge bereitgestellt werden.