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Initiative für Studiengebühren! 14. November 2005

Veröffentlicht von Frank Walzel in : Studentischer Geist , 4kommentare

Es wirklich erstaunlich, wie kreativ und fleißig ansonsten gemächliche Studenten werden können. Zu wahrer Höchstform laufen sie auf, wenn es darum geht Gefahren für sich und die Allgemeinheit abzuwehren. Sie kämpfen leidenschaftlich gegen die Atomkraft, gegen die Gentechnik, gegen den Irak-Krieg und auch gegen den Studentenfeind Nr. 1 - die Studiengebühren! Ihr Anliegen wird mit einem Eifer und einer Energie vorangetragen, als befinde man sich mitten im Kulturkampf. Das Aktionsbündnis gegen Studiengebühren versammelt unter ihrem Namen nahezu 100 gleichgesinnte Organisationen. Der Sympatisant (Marke: dagegen) kann darüber hinaus Broschüren, Plakate, Postkarten u.ä. über eine Bestellmaske ordern, um sich werbewirksam im Meinungskampf durchzusetzen!

Hier sind meine Fragen: Warum bildet sich keine studentische Initiative für Studiengebühren? Müssen wir Probleme, Herausforderungen u.ä. immerfort negativ definieren, statt sie positiv anzugehen, frei nach dem Motto: Hauptsache dagegen? Wo bleibt der kreative studentische Eifer gegen die “Gegenmaßnahme”, die Lust an einer konstruktiven Kampagne mit Verbesserungsvorschlägen, pfiffigen Ideen und guten Konzepten? Nicht, dass ich ein ultra-liberaler Vertreter hoher, unsozialer Studiengebühren wäre. Aber ein offen zutage tretener Geldmangel gepaart mit dem Anspruch auf akademische Spitzenforschung und -lehre wirft Fragen auf, die es zu beantworten gilt und das geht nicht mit einem “Ich-will-von-allem-am-meisten-und-das-umsonst!”.

Gerade bei den Geistes- und Sozialwissenschaften hat sich hier eine gewisse Apathie breit gemacht. Angesichts des Unvermeidbaren will man es zumindest nicht verpasst haben DAGEGEN gewesen zu sein. Sollen doch die Professoren um Ihre von leeren öffentlichen Kassen bedrohten Institute und Fachbereiche kämpfen, wir sind im Namen einer gerechten Sache unterwegs! Das klingt eher nach Spaßgesellschaft als verantwortungsbewusster “Generation Reform”.