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Wertorientiertes “Kommunikations-Management” 13. Oktober 2005

Veröffentlicht von Frank Walzel in : Corporate Communication , 1 kommentar bisher

Vor zwei Tagen hörte ich im Marketing Club Frankfurt einen überaus interessanten Vortrag zu wertorientierter Unternehmensführung. Die alles dominierende Frage des Abends war: Wie lässt sich Kommunikation so weit in Zahlen messen, dass es in die Unternehmensbilanz Eingang findet?

Da die Frage nicht neu ist und seit Anfang der 90er immer mehr an Bedeutung gewinnt, wurde auch schon bald eine Methode vorgestellt: die Communication Scorecard. So weit ich es als Student verstanden hatte, war dies der mutige Versuch “weiche” Kommunikationsfaktoren mit “harten” betriebswirtschaftlichen Kennzahlen zu kombinieren – eine, wie ich finde, sehr knifflige Angelegenheit.

Für UnternehmensGeist.net ergibt hier ein Aspekt, der es lohnt diskutiert zu werden. Hier prallen nämlich zwei Welten aufeinander: Geisteswissenschaftlich geprägte Unternehmenskommunikation trifft auf betriebswirtschaftliches Controlling. Dass diese Debatte zu einem Ergebnis kommen muss, ist ohne Zweifel (s. den Beitrag im Weblog “assistenten”). Für zukunftsweisende Lösungen bedarf es allerdings branchenübergreifender Theoretiker und Praktiker. Geistes- und Sozialwissenschaftler mit betriebswirtschaftlichem Hintergrund hätten hier ein Betätigungsfeld, das sich von der klassischen Öffentlichkeitsarbeit löst und die Brücke zur Unternehmensführung schlägt.

Na ja, was so spannend klingt und es auch wirklich ist, scheint die meisten GSWler mit typischer Kommunikationsaffinität nicht zu interessieren. Nicht dass GSWler in Verantwortung und Ausbildung gäbe, die daran schon arbeiten würden. Diese Aufgabe verträgt aber durchaus mehr kluge und tatkräftige Köpfe. In der Realität und meiner Umgebung sieht es aber anders aus, ganz nach dem Motto: Dann lieber doch die gute alte Öffentlichkeitsarbeit, wo man sich akzeptiert fühlt und Erfolg noch an ausgefeilten Pressemitteilungen gemessen wird. Controller würden einem neuen wertorientierten “Kommunikations-Management” sicher nicht im Wege stehen. Schade nur für das Anliegen der Kommunikation in Unternehmen. Das wäre doch mal eine Riesengelegenheit zu zeigen, dass Unternehmenskommunikation zu Recht Chefsache sein muss.