Arbeitskräftemangel in der Industrie 7. Oktober 2005
Veröffentlicht von Frank Walzel in : Industrie , einen kommentar schreibenIn einer Unternehmensumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHT) von 2001 tauchen doch glatt Geistes- und Sozialwisenschaftler auf. Und in welchem Zusammenhang?
Auf die Frage, welchen beruflichen Hintergrund zukünftige Bewerber haben sollten, antworteten 9,5 Prozent der befragten deutschen Industrieunternehmen: Geisteswissenschaftler. Ingenieure (79,9%), Wirtschaftswissenschaftler (49,7%), Naturwissenschaftler (34,1%) und Juristen (16,8%) liefen den GSWlern den Rang ab. Dazwischen haben sich noch “Sonstige” (15,6%), Naturwissenschaftler mit Promotion (13,4%) und Ingenieure mit Promotion (10,6%) gedrängelt. Bedenkt man, dass eine der Hauptaussagen der Untersuchung, der akute Fachkräfte- und Arbeitskräftemangel in der Industrie ist, überrascht die niedrige Zahl ein wenig. Immerhin haben 57% der befragten Unternehmen im Jahr 2001 vergeblich versucht ihre freie Stellen zu besetzen. Bei den leitenden Angestellten haben sogar 77,4% der Unternehmen Stellen nicht besetzen können, weil sie keine geeingeten Bewerber fanden.
Selbst wenn man in Rechnung stellt, dass für viele Positionen ein naturwissenschaftliches Profil gefragt ist, macht der abgeschlagene achte Platz auf der Industriepersonaler-Rangliste stutzig. Wer “soft skills” bei klassischen Bewerbergruppen vermisst und unter dauerhaftem Mangel an Fach- und Führungspersonal leidet, kann auch techniknahen GSWlern die Tore öffnen.
Andererseits sind 10% für eine technisch geprägte Branche auch nicht zu verachten. Den GSWler muss es schon zufrieden stimmen, wenn er überhaupt als Absolventengruppe in der Wirtschaft wahrgenommen wird.
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