GSW = Geist und Gesellschaft? 21. September 2005
Veröffentlicht von Frank Walzel in : Grundsatz-Artikel , einen kommentar schreibenEigentlich müsste ja der erste vor dem zweiten Schritt folgen. Wissenschaftliches Arbeiten sollte einem gelehrt haben, zuerst die Grundlagen festzulegen und zu definieren (so weit es geht) und dann alle weiteren Fragen abzuhandeln. Woher soll der interessierte “User” wissen, was unter Geistes- und Sozialwissenschaftlern nach meiner Lesart überhaupt zu verstehen ist? Um einem spitzfindigen Leser zuvorzukommen, versuche ich hier eine knappe Begriffsbestimmung.
- Die Geisteswissenschaften sind nach Wikipedia der Inbegriff derjenigen Wissenschaften, die sich mit kulturell-geistigen Schöpfungen wie Wissenschaft, Kunst, Religion, Staat, Recht usw. befassen. Hierzu zählen im engeren Sinne:
* Archäologie
* Geschichte
* Klassische Altertumswissenschaft
* Kunstwissenschaft
* Musikwissenschaft
* Orientalistik
* Ostasienwissenschaften
* Erziehungswissenschaft (Pädagogik)
* Sportwissenschaft
* Sprach- und Literaturwissenschaft (unter anderem Anglistik,
Germanistik, Jiddistik, Romanistik, Sinologie, Slawistik)
* Theaterwissenschaft
* Volkskunde
- Die Sozialwissenschaften oder auch Gesellschaftswissenschaften genannt umfassen jene Wissenschaften, die Phänomene des gesellschaftlichen Zusammenlebens der Menschen theoretisch untersuchen und empirisch ermitteln.
Auch hier liefert Wikipedia eine interessante Auflistung dessen, was sich dem Begriff unterordnen lässt:
Im weiteren Sinn werden zu den “Sozial-” bzw. “Gesellschaftswissenschaften” folgende gerechnet.
* Anthropologie (Sozial- und Kulturanthropologie)
* Betriebswirtschaftslehre
* Demografie (Bevölkerungswissenschaft)
* Ethnologie (Völkerkunde)
* Medienwissenschaft (Kommunikationswissenschaft)
* Ökotrophologie (interdisziplinäres Studienfach der
Haushalts- und Ernährungswissenschaften)
* Politikwissenschaft (Politologie)
* Sozialgeografie
* Sozialgeschichte
* Sozialpsychologie
* Sozialphilosophie
* Soziologie
* Volkskunde (Europäische Ethnologie)
* Volkswirtschaftslehregelegentlich (auch heftig umstritten) noch
* Kunstwissenschaft(en)
* Pädagogik
* Rechtswissenschaft (Jurisprudenz)
* SprachwissenschaftIm engeren Sinne der “Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultäten” deutscher Universitäten sind die “Sozialwissenschaften” nur Politologie und Soziologie.
Damit dürfte nun eine (vorläufige) Grundlage geschaffen sein. Der GSWler mit Unternehmensgeist wird mit Freude festgestellt haben, dass nach dieser Auslegung BWL - wenn auch umstritten - zu den Gesellschaftswissenschaften gezählt wird.
—–