Newsletter? RSS! 25. September 2005
Veröffentlicht von Frank Walzel in : Newsletter und RSS , 5kommentareWeblogs blieben sicherlich gewöhnliche “Tagebücher”, wenn mit ihnen nicht auch weitere Möglichkeiten der Kommunikation und Interaktion möglich wären. Statt eines Newsletters stehen für das K-Log UnternehmensGeist.net so genannte RSS Reader zur Verfügung. Mit ihnen ist es allen Interessierten und Beteiligten möglich, nicht nur auf dem neuesten Stand zu bleiben, sondern auch vom eigenen Rechner aus zu publizieren und zu kommentieren. Eine Liste der wichtigsten Programme finden sich unter www.rss-verzeichnis.de. Installation und Bedienung funktionieren ähnlich simpel wie bei einfachen Emailprogrammen. Das Icon “RSS all posts” in der linken Menüleiste muss dann nur noch mittels rechter Maustaste in einer neu angelegte Datei des Readers kopiert werden und schon kann es losgehen. Für alle Neueinsteiger sei der Artikel zu RSS auf Wikipedia empfohlen. RSS, so viel kann verraten werden, bedeutet “Really Simple Syndication”.
Wenn Ihr/Sie Fragen habt, stehe ich unter walzel@unternehmensgeist.net für Fragen bereit.
Newsletter waren gestern, RSS ist heute!
GSW = Geist und Gesellschaft? 21. September 2005
Veröffentlicht von Frank Walzel in : Grundsatz-Artikel , einen kommentar schreibenEigentlich müsste ja der erste vor dem zweiten Schritt folgen. Wissenschaftliches Arbeiten sollte einem gelehrt haben, zuerst die Grundlagen festzulegen und zu definieren (so weit es geht) und dann alle weiteren Fragen abzuhandeln. Woher soll der interessierte “User” wissen, was unter Geistes- und Sozialwissenschaftlern nach meiner Lesart überhaupt zu verstehen ist? Um einem spitzfindigen Leser zuvorzukommen, versuche ich hier eine knappe Begriffsbestimmung.
- Die Geisteswissenschaften sind nach Wikipedia der Inbegriff derjenigen Wissenschaften, die sich mit kulturell-geistigen Schöpfungen wie Wissenschaft, Kunst, Religion, Staat, Recht usw. befassen. Hierzu zählen im engeren Sinne:
* Archäologie
* Geschichte
* Klassische Altertumswissenschaft
* Kunstwissenschaft
* Musikwissenschaft
* Orientalistik
* Ostasienwissenschaften
* Erziehungswissenschaft (Pädagogik)
* Sportwissenschaft
* Sprach- und Literaturwissenschaft (unter anderem Anglistik,
Germanistik, Jiddistik, Romanistik, Sinologie, Slawistik)
* Theaterwissenschaft
* Volkskunde
- Die Sozialwissenschaften oder auch Gesellschaftswissenschaften genannt umfassen jene Wissenschaften, die Phänomene des gesellschaftlichen Zusammenlebens der Menschen theoretisch untersuchen und empirisch ermitteln.
Auch hier liefert Wikipedia eine interessante Auflistung dessen, was sich dem Begriff unterordnen lässt:
Im weiteren Sinn werden zu den “Sozial-” bzw. “Gesellschaftswissenschaften” folgende gerechnet.
* Anthropologie (Sozial- und Kulturanthropologie)
* Betriebswirtschaftslehre
* Demografie (Bevölkerungswissenschaft)
* Ethnologie (Völkerkunde)
* Medienwissenschaft (Kommunikationswissenschaft)
* Ökotrophologie (interdisziplinäres Studienfach der
Haushalts- und Ernährungswissenschaften)
* Politikwissenschaft (Politologie)
* Sozialgeografie
* Sozialgeschichte
* Sozialpsychologie
* Sozialphilosophie
* Soziologie
* Volkskunde (Europäische Ethnologie)
* Volkswirtschaftslehregelegentlich (auch heftig umstritten) noch
* Kunstwissenschaft(en)
* Pädagogik
* Rechtswissenschaft (Jurisprudenz)
* SprachwissenschaftIm engeren Sinne der “Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultäten” deutscher Universitäten sind die “Sozialwissenschaften” nur Politologie und Soziologie.
Damit dürfte nun eine (vorläufige) Grundlage geschaffen sein. Der GSWler mit Unternehmensgeist wird mit Freude festgestellt haben, dass nach dieser Auslegung BWL - wenn auch umstritten - zu den Gesellschaftswissenschaften gezählt wird.
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Wertloser MBA? 15. September 2005
Veröffentlicht von Frank Walzel in : MBA und Promotion , 4kommentareFür alle Geistes- und Sozialwissenschaftler gilt er als das Eintrittszeugnis in die Wirtschaft: der Master of Business Administration. Doch im Gegensatz zur Promotion türmt sich bei der Wahl der richtigen Hochschule ein Berg von Angeboten auf. Mit einiger Verzögerung machen es deutsche Hochschulen ihren angelsächsischen Vorbildern nach, jedoch größtenteils mit zweifelhaftem Erfolg und bescheidenem Renommé.
Dieses weltweite Überangebot an MBAs (in Deutschland bis in Fachhochschulen und Berufsakademien hinein) rief nun die ersten Kritiker auf den Plan. Der Vorwurf: falsche Lehrpläne, sinkende Akzeptanz, unverhältnismäßige Kosten. In einem Beitrag auf Jo’s Jobwelt - einem Business-Weblog der Wirtschaftswoche - wurde der Rückzug auf sogenannte Executive MBAs vorgezeichnet, da hier eine gewinnbringende Weiter- und Ausbildung der Führungskräfte gewährleistet wäre. Teilnehmer dieser Programme seien im Schnitt 35 Jahre und brächten Berufs- und Führungserfahrung mit in den Unterrichtungsalltag. Das Urteil über einen Junior-MBA (Zulassung auch ohne bzw. mit nur geringer Berufserfahrung) fällt in den seltensten Fällen gut aus.
Als weitere Alternative wird ein berufsbegleitender MBA ins Gespräch gebracht. Das brächte den Vorteil mit sich, dass der Kursteilnehmer für den Arbeitgeber nicht völlig ausfällt und der Austausch zwischen der Seminartheorie und dem praktischen Unternehmensalltag erhalten bleibt. Das Gesamtbild, das von den Kritikern gezeichnet wird, bleibt dennoch trist. Zu groß sei die Auswahl an Programmen und zu gering bei aussagekräftigen Qualitätssiegeln.
Das macht mich stutzig: Wieso wird mit Vorliebe in Deutschland nach Möglichkeiten gesucht, die Besten vom Bodensatz der Blender herauszufiltern? Der Wettbewerb und die Nachfrage nach den Spitzeninstituten wird in ein paar Jahren seine Wirkung auf dem Bildungsmarkt entfaltet haben. Hervorragende und international geschätzte Abschlüsse werden durch beständige Leistung von Hochschulen über viele Jahre aufgebaut und nicht durch irgendwelche Rankings. Wer in der Branche einen guten Ruf genießt, bekommt das durch erfolgreiche Absolventen gezeigt. Pauschal von einem wertlosen MBA zu besprechen ist somit falsch. Wie immer gilt für Bewerber wie für den Anbieter der alte Grundsatz: Augen auf und hingeschaut!
Lieblingskinder des Consulting? 12. September 2005
Veröffentlicht von Frank Walzel in : Consulting , einen kommentar schreibenWürde eine Umfrage unter allen Geistes- und Sozialwissenschaftler (GSW) zu Beginn Ihres Studiums durchgeführt, käme die Branche nicht einmal in der Kategorie “Notfalls-arbeite-ich-auch-da” in den einstelligen Prozentbereich. Das Berufsfeld des Unternehmensberaters ist nicht gerade das, was GSWler zu ihrem goldenen Karriereweg machen. Dabei werben Beratungen mitterweile offen und gezielt GSWler an.
Boston Consulting (BCG) scheint von allen Top-Beratungen, die größten Köder auszuwerfen. Ein eigener Workshop für Geisteswissenschaftler mit dem schneidigen Titel Unternehmergeist 2005 soll Querdenker mit Affinität zur Wirtschaft ins Unternehmen bringen. Andere Consulting-Firmen werden auf diesen Zug sicher aufspringen, sollte sich das Einstellungskonzept dauerhaft bewähren. Damit zeigt sich auch nach außen, was in den Personalabteilungen seit Jahren gang und gäbe ist: GSWler stellen (bei ausreichend fachlicher Eignung) mehr als eine exotische Alternative dar. Nicht zuletzt ist dieser Trend auch darauf zurückzuführen, dass die viele Absolventen von “Orchideenfächer” umgedacht haben und die “freie Wirtschaft” nun als echte Chance begreifen.
Das Gros der Absolventen scheint sich allerdings immer noch zu zieren. Entweder schrecken hohe Einstiegshürden oder das vermeintlich schlechte Image des nomadenartigen Workaholic. Beide Einwände haben ihren wahren Kern und sind so doch nicht richtig. Zum einen kann der GSWler hohe Anfoderungen dadurch begegnen, indem er sich darauf vorbereitet und zum anderen fordern Karrieren in vergleichbaren Berufsfeldern heutzutage ähnlich viel Arbeitszeit. Das lässige Verschicken von ein paar Dutzend Bewerbungen auf klassische “Nine-to-five-Jobs” kann sich auf dem gegenwärtigen Arbeitsmarkt kein Akademiker mehr leisten. Der Wettbewerb um die besten Köpfe ist auf allen Gebieten entbrannt und verlangt v.a. GSWlern alles ab. Wer immer noch Zweifel hat, in der Consulting-Branche unterzukommen, sei ein Interivew mit einem Geschäftsführer von BCG aus dem Jahr 1998 ans Herz gelegt.
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Die “sozio-logische” Karriere 5. September 2005
Veröffentlicht von Frank Walzel in : Pressespiegel , 2kommentareWenn man lange genug wartet, sind sie wieder mal dran: Artikel zu Karrierechancen von Geistes- und Sozialwissenschaftlern. In der aktuellen Ausgabe des Magazins Karriere (09/2005) widmete man sich den Soziologen in einem sechsseitigen Spezial. Die Aufforderung an die Zielgruppe lautete wenig überraschend: Breit qualifizieren und flexibel sein!
Angesichts der beigefügten Statistiken und Grafiken schien dieser Zuruf bitter nötig. Steigende Studentenzahlen (Verdoppelung der Absolventenzahlen im Zeitraum von 1995 bis 2003!) und eine langsam aber stetig wachsende Arbeitslosigkeit unter den Soziologen trägt nicht gerade zu ihrem Selbstbewusstsein bei. In einer Statistik der Universität Konstanz rangieren Kultur- und Sozialwissenschaftler mit 19 bzw. 17 Prozent auf Platz zwei und drei der Zukunftsängsteskala hinter den Juristen. Vielleicht erklärt sich so das hohe Alter der Graduierten mit 29,6 Jahren; warum einen zügigen Hochschulabschluss anstreben, wenn mit dem Zeugnis die Probleme anfangen. Ein Aufbaustudium verschlimmert die Situation dann meist nur noch. Kaum verwunderlich, dass eine Karriere an der Hochschule zu den Top drei der Berufswünsche zählt.
So umfassend das Soziologen-Spezial auch wirkt, so sehr irrierte mich, dass man sich in der karriere-Redaktion mit der bloßen Feststellung des (ohnehin) Bekannten begnügnete. Wo bleiben die Links, Tipps und Bücherempfehlungen, die über die Problemdarstellung hinausgehen? Ganz selbstverständlich werden bei den spezifischen Berufsfeldern Marketing/Vertrieb, PR, Personalwesen, Consulting und andere wirtschaftsnahe Sparten aufgelistet. Außer den persönlichen Portraits zweier “Young Professionals” aus der Marktforschung und der PR ließ sich nichts Konkreteres finden. Wenn Artikel der Zeitschrift einen Zweck dringend erfüllen müssen, dann doch den, dass sie Orientierung geben und weiterführende Informationen liefern! Es hilft dem (neugierigen) Leser nicht zu lesen, man solle sich mit EDV-, Sprachen- und v.a. BWL-Kenntnissen wappnen, wenn die “Anschlussinformation” fehlt. Hat man in den Karriere-Ressorts Angst davor sein Pulver (Insider-Wissen) zu verschießen, so dass es in ein paar Wochen zu einem ähnlichen Spezial nicht mehr reicht? Sozio-logisch, so macht es den Anschein!
Arbeitslosigkeit als Nr. 1 Angstmacher 1. September 2005
Veröffentlicht von Frank Walzel in : German Angst , einen kommentar schreibenNun ist es amtlich: Die Arbeitslosigkeit ist laut einer neuen GfK-Umfrage für 81% der Deutschen der größte Angstmacher. Und wieder einmal belegen wir in Europa einen ersten Platz in einer Looser-Kategorie. Nur wer wollte etwas von dieser wahrlich schwer nachvollziehbaren Sorge von Absolventen in Deutschland eigentlich wissen? Die angestellten Akademiker für ihr unterbezahltes Ego oder die arbeitsuchenden Geistes- und Sozialwissenschaftler für eine Runde Selbstmitleid?
Offensichtlich sind es wieder mal nur die Printmedien, die noch eine Spalte vollkriegen mussten. Dabei entgeht Ihnen natürlich völlig, dass sie dieses kollektive Angstgefühl in der Bevölkerung und v.a. bei Absolventen nur noch weiter anfeuern. Als gäbe jemand die Parole aus: Hey Folks, der Aufschwung lässt noch ein bisschen auf sich warten, aber wenn er da ist, könnt ihr sicher sein, dass wir auch darüber berichten werden! Wie man es anders machen kann, zeigte RTL II (!!) mit seiner mehrteiligen Serie “Wunderland Deutschland”. Es geht auch anders und das ganz ohne deutschen Betroffenheitshabitus. Ein netter Nebeneffekt: Die Reportage gab einen Einblick in die “Hidden Champions” des deutschen Mittelstands!
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